Die Piëchs bei der VW-Party Szenen einer fast normalen Ehe

Bei der Volkswagen-Party in Paris zeigen sich Ferdinand Piëch und seine Gattin Ursula als humorbegabtes Ehepaar. Vor der Kulisse glänzender Boliden plaudert der VW-Patriarch über seine Stiftungen, „Uschi“ und seine zwölf Kinder.
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Ehepaar Piëch: "Wetten, dass Du mich nicht allein lässt?" Quelle: dpa

Ehepaar Piëch: "Wetten, dass Du mich nicht allein lässt?"

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PARIS. Ursula Piëch wird immer ungeduldiger. Unauffällig zupft sie ihren Gatten Ferdinand am Ärmel. Was der „Alte“, wie der Aufsichtsratsvorsitzende intern genannt wird, im Gespräch mit Journalisten über das Himmelreich von Volkswagen, sich selbst und seine Nachfahren räsoniert, geht der 54-jährigen Österreicherin sichtlich zu weit.

„Ich erkläre gerade Deine Stellung“, rechtfertigt ihr Ferdinand das Gespräch. „Willst Du mir zuhören?“ Nein, sagt sie, sie wolle jetzt zum Essen gehen. „Wetten, dass Du mich nicht allein lässt?“, erwidert der VW-Patriarch – und behält einmal mehr Recht.

Die Szene ist keine Showeinlage: Das Milliardärspaar kabbelt sich liebevoll wie ein ganz normales Paar. Auch öffentlich – wie an diesem Mittwochabend, als sich der Volkswagen-Konzern vor Beginn des Autosalons in Paris pompös selbst feiert. Er wird nach den Stiftungen gefragt, auf die Piëch sein Vermögen übertragen hat, um sein Erbe zu ordnen. Und es geht um seine zwölf Kinder.

Alle hätten Mitsprache, sollten sie seine Stiftungsunterlagen unterschreiben. Und wenn sie es nicht tun? Für Piëch ist der Fall ganz klar: „Dann kriegen die nichts.“ Nach österreichischem Recht habe er lediglich den Pflichtteil festzusetzen. „Dann muss ich noch zwei Jahre überleben. Das traue ich mir zu“, fügt der 73-Jährige trocken hinzu.

Seiner immer noch drängenden und am Ärmel zupfenden „Uschi“, wie er seine Ehefrau nennt, ruft er mit belegter Stimme zu: „Ich erkläre gerade, dass Du mit einem Kind das Sagen haben wirst.“ Ursula Piëch winkt ab, wie bei einer alten, leidigen Diskussion. „In 30 oder 40 Jahren...“, sagt sie, um ein Lächeln bemüht.

Neben seiner Gattin kommt der sonst beinharte Unternehmer regelrecht ins Schwärmen: Ihr „großer Einfluss“ und ihr soziales Engagement befähige sie als Nachlassverwalterin, sagt er.

Bei seinen Kindern aber – Piëch trommelt jetzt mit den Fingern der rechten Hand auf den Boden seines Wasserglases – bei denen müsse man damit rechnen, „dass die eine Hälfte im Sinne des Erblassers handelt, die andere Hälfte hingegen Geld sehen will.“ Um das zu verhindern, habe er die Stiftung gegründet, erläutert der Volkswagen-Patriarch. Solange sie nach seinem Tod keinen neuen Partner habe, verwalte seine Frau die Anteile.

Ursula Piëch, Matriarchin in spe, hat einen gesunden Menschenverstand und soziale Kompetenz. „Gerade Schleimer erkennt sie schnell“, sagt ein Vertrauter, der die beiden seit Jahrzehnten kennt.

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