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09.01.2008 
Das Geschäft mit der Entwöhnung

Die Raucher greifen zur Pille

von Maike Telgheder

Der Markt für Pillen und Pastillen gegen die Nikotinsucht wächst in Deutschland rasant. Und einen weiteren Schub werden dem Segment die Rauchverbote in diesem Jahr geben, erwarten Pharmahersteller wie Pfizer, Glaxo -Smithkline und Johnson & Johnson. Mit bis zu 20 Millionen Rauchern gibt es in Deutschland noch viel Potenzial.

Rauchverbote lassen die Pharmabranche auf steigende Umsätze hoffen. Foto: apLupe

Rauchverbote lassen die Pharmabranche auf steigende Umsätze hoffen. Foto: ap

FRANKFURT. Der Umsatz mit Raucherentwöhnungsprodukten legte im vergangenen Jahr um fast ein Drittel auf 32,4 Mill. Euro zu, zeigen die Zahlen des Marktforschungsinstituts Insight Health. "In diesem Jahr wird die Umsatzmarke von 40 Mill. Euro übersprungen", prognostiziert Jürgen Rost, Direktor bei Insight Health, mit Verweis auf die Nichtraucherschutzgesetze, die seit Anfang 2008 in elf und ab Jahresmitte dann in allen Bundesländern gelten.

Rauchverbote sind für etwa jeden vierten Ex-Raucher ein Grund - unter mehreren - gewesen, mit der Zigarette aufzuhören. Das zeigt eine europaweite Studie, die der Pharmakonzern Pfizer in Auftrag gegeben hatte.


Bildergalerie Bildergalerie: Warum in Pharma-Aktien viel Potenzial steckt


Die Stimmung gegen den blauen Dunst machen sich die Hersteller von freiverkäuflichen Nikotinkaugummis und -pflastern namens Nicorette (Johnson & Johnson), Nicotinell (Novartis) und Niquitin (Glaxo -Smithkline) zunutze. Die Nichtraucherprodukte werden derzeit breit im Fernsehen, in Zeitschriften und auf riesigen Plakaten quer durch Deutschland beworben. Die "guten Vorsätze" zum Jahreswechsel sind ein weiterer Anlass, die Werbeausgaben derzeit hochzuschrauben.

Auch der Pharmakonzern Pfizer setzt darauf, dass seine verschreibungspflichtige Nichtraucherpille Champix von den Rauchverboten profitiert. Bundesweit schaltet das Unternehmen in Tageszeitungen und Zeitschriften Anzeigen für seine Kampagne "Rauchfrei durchstarten". Das Medikament, das in den USA im August 2006 unter dem Namen Chantix eingeführt wurde, hat schon jetzt das Zeug zum Verkaufsschlager. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres erzielte Pfizer damit 603 Mill. Dollar Umsatz. Zahlen für Deutschland gibt das Unternehmen nicht bekannt. Die Entwicklung entspreche aber den Erwartungen, heißt es bei Pfizer in Karlsruhe.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Substanzen setzen an den Nervenzellen im Gehirn an

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