Die Vertreter der Kleinaktionäre stehen eher auf Seiten des Vorstandes
Großangriff auf den IWKA-Vorstand

Die Zeiten, als eine Hauptversammlung des Maschinen- und Anlagenbauers IWKA eine ruhige Veranstaltung für treue Kleinaktionäre war, sind vorbei.

DÜSSELDORF. Noch immer reisen einige Hundert Privatanleger nach Karlsruhe und haben vor allem das Wochenende im schönen Baden im Sinn. Doch professionelle Anleger treiben ganz andere Interessen. Sie werden morgen im wieder vollen Brahmssaal des Karlsruher Kongresszentrums den Aufstand gegen Vorstand und Aufsichtsrat des Traditionsunternehmens proben. US-Investor Guy Wyser-Pratte, mit rund 6,5 Prozent der Aktien zweitgrößter Aktionär, will dem Vorstand die Entlastung verweigern und zwei Aufsichtsräte durch Personen seines Vertrauens ersetzen lassen.

Auf der Hauptversammlung vor einem Jahr ist der ehemalige Marine-Offizier mit seinem Misstrauensvotum nur knapp gescheitert. 38 Prozent der Stimmen sammelte Wyser-Pratte gegen die Entlastung des Vorstands ein – für IWKA-Chef Hans Fahr eine symbolische Ohrfeige. In diesem Jahr rechnet sich der Kritiker bessere Chancen aus.

Inzwischen haben sich zwei weitere Fonds mit jeweils rund fünf Prozent an IWKA beteiligt. Damit kommen die Kritiker auf rund 30 Prozent der Stimmen – bei einer schwachen Präsenz von knapp 48 Prozent wie im vergangenen Jahr eine Macht. Lediglich die Landesbank Baden-Württemberg, seit Dezember ebenfalls mit rund fünf Prozent beteiligt, kann Fahr als Bundesgenossen buchen. „Für uns und für die Region rund um Karlsruhe wäre es in jeder Hinsicht schlimm, wenn ein Unternehmen wie die IWKA zerschlagen würde“, hat Landesbank-Chef Siegfried Jaschinski vor kurzem in einem Interview gesagt.

Denn Wyser-Pratte will das Konglomerat aus rund 90 Firmen mit 2,4 Mrd. Euro Umsatz zerlegen, auf die Robotersparte um den Spezialisten Kuka konzentrieren und den Rest verkaufen. „Die Roboterfirma ist ein Juwel und könnte die Nummer eins in der Welt werden“, betont der US-Investor seit seinem Einstieg vor knapp zwei Jahren immer wieder.

Diese Sichtweise ist nicht unumstritten. Bereits auf der Hauptversammlung vor einem Jahr hatten die Vertreter der Fonds Hermes und Threadneedle zwar gegen die Entlastung des Vorstands gestimmt, eine Zerschlagung des Konzerns aber abgelehnt. Deshalb ist unsicher, wie sich die Fonds dieses Jahr auf der Hauptversammlung verhalten werden. Stefan Howaldt, Geschäftsführer des Hermes-Fonds in London, lehnt auch aus rechtlichen Gründen jeden Kommentar ab.

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