Die Verwertung des IVG-Pakets durch die Banken bringt für WCM keine Entlastung
WCM-Gruppe ist auf dem Weg zurück zur Immobilienfirma

Für die angeschlagene Immobilien- und Beteiligungsfirma WCM ist noch keine Entlastung in Sicht. Um sich zu entschulden, würde sie weitere Vermögenswerte verkaufen müssen. Für die angeschlagene Immobilien- und Beteiligungsfirma WCM ist noch keine Entlastung in Sicht. Um sich zu entschulden, würde sie weitere Vermögenswerte verkaufen müssen.

HAMBURG. Die Banken haben zwar gestern angekündigt, ihr Pfand von 49,9 % der WCM-Beteiligung IVG Immobiliengesellschaft zu verwerten, aber das wird die Schuldenlast der Mutter nicht senken. Das liegt daran, dass WCM nur indirekt an IVG beteiligt ist. WCM hält 45 % an der Sirius Beteiligungs GmbH. Weitere 42 % besitzt die niederländische Finanzholding Rebon B.V., hinter der die Kaufleute Klaus-Peter Schneidewind und Clemens Vedder stecken. Die Sirius ist wiederum mit 49,9 % an der IVG beteiligt. „Die Sirius-Schulden sind nicht in der WCM-Konzernbilanz konsolidiert, die Vermögenswerte der Sirius ebenfalls nicht“, sagte eine WCM–Sprecherin.

Das im M-Dax notierte Frankfurter Unternehmen stand zum Stichtag 30. Juni mit mehr als 2,9 Mrd. Euro in der Kreide. Um den Schuldenstand zu verringern, stünden ihm eine Reihe von Optionen zur Verfügung. Neben dem 5,5 %igen Anteil an der Commerzbank AG könnte WCM die Beteiligung an der Duisburger Maschinenbauholding Klöckner-Werke AG von 83,2 % zum Verkauf stellen. Sie ist aktuell etwa 270 Mill. Euro wert. Ein Verkauf größerer Pakete über die Börse würde allerdings den ohnehin schwachen Kurs von rund sieben Euro zusätzlich belasten. Er wäre zudem ein Verlustgeschäft für die WCM, da sie die Klöckner-Aktien vor knapp drei Jahren zu einem deutlich höherem Preis erworben hatte.

Erfolg versprechender erscheint es, wenn „WCM das operative Geschäft Klöckners komplett oder in Teilen abstoßen würde“, sagt Richard Schramm, Maschinenbau- Analyst von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Klöckner stellt überwiegend Abfüllanlagen für die Getränkeindustrie sowie Verpackungsmaschinen her und dürfte in diesem Jahr rund 750 Mill. Euro umsetzen.

Bereits in der Vergangenheit kursierten Gerüchte, WCM wolle die lukrative Verpackungstechnik verkaufen. Jedoch seien diese Versuche an den überhöhten Preisforderungen von WCM gescheitert. Schramm glaubt, dass Finanzinvestoren und Industrieunternehmen darauf warten, sich Filetstücke zu schnappen. Und jetzt können diese Interessenten auf Preiszugeständnisse hoffen. Klöckner wollte dazu nichts sagen.

Als einen weiteren wichtigen Vermögenswert besitzt die WCM rund 53 000 Wohnungen. Das Paket könnte teilweise oder als Ganzes verkauft werden. Den Wert der Wohnungen schätzt Stefan Leibold, Aktienanalyst beim Bankhaus Ellwanger & Geiger, auf drei Mrd. Euro. Er setzt dabei einen Wert pro Quadratmeter von mehr als 700 Euro an. Fraglich ist, ob dieser erzielbar ist, wenn das Unternehmen sich von allen Wohnungen trennen sollte. Doch Leibold rechnet damit, dass der Konzern eher die Anteile an der Commerzbank und den Klöckner- Werken verkaufen würde als die Immobilien. „Die WCM hat ihre Funktion als Beteiligungsholding verloren. Sie wird sich vor allem auf das Immobiliengeschäft konzentrieren“, so Leibold.

Erst vergangene Woche hatte die WCM nach einem operativen Gewinn im dritten Quartal von 42,5 Mill. Euro für 2003 einen deutlichen Gewinn in Aussicht gestellt. 2002 hatte die WCM einen Nettoverlust von 860 Mill. Euro erwirtschaftet.

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