Die Zukunft der VW-Tochter
Europcar-Verkauf geht in heiße Phase

Im Milliardenpoker um den Verkauf der Volkswagen-Tochter Europcar will der Wolfsburger Autokonzern nach dem überraschenden Ausstieg des japanischen Bieters Sumitomo jetzt das Tempo anziehen. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen will der Autokonzern noch auf der nächsten Aufsichtsratssitzung am 24. Februar den Bieterkreis auf ein bis zwei Kandidaten einengen und entscheiden, ob Pläne für einen Börsengang aufgegeben werden.

FRANKFURT. Der Verkauf soll nach Willen des Herstellers möglichst bis Ende März über die Bühne gehen. Ein VW-Sprecher wollte die Informationen auf Anfrage nicht kommentieren. Durch den Ausstieg der Japaner ist das Rennen wieder völlig offen. Selbst dem Autovermieter Sixt werden wieder Chancen eingeräumt. Europcar hatte eine Übernahme durch die Münchener wegen der kartellrechtlichen Probleme zuvor als „wenig realistisch“ verworfen. Sixt hätte nach einer Übernahme von Europcar fast 50 Prozent Marktanteil in Deutschland. Das Kartellamt dürfte deshalb einen derartigen Zusammenschluss nur unter massiven Auflagen genehmigen.

Deutschlands größter Autovermieter will Europcar zusammen mit dem Finanzinvestor Apax übernehmen. Doch auch im VW-Aufsichsrat formiert sich Widerstand gegen die Konkurrenz aus München. VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh sowie sein Stellvertreter Bernd Wehlauer hätten den Arbeitnehmervertretern von Europcar zugesagt, nur einen Käufer zu unterstützen, der Europcar nicht aufspalte und keinen Stellenabbau plane, sagte der Gesamtbetriebsratschef von Europcar, Bernd Lubig.

Die Belegschaft bei Europcar fürchtet bei einem Zuschlag für Sixt allerdings den Verlust von bis zu 1 500 Stellen bundesweit. Beide Firmen haben in Deutschland praktisch identische Angebote. Um die kartellrechtlichen Bedenken zu umgehen, will Sixt sich von Standorten in Deutschland trennen. Darauf hätten sich Apax und Sixt bereits verständigt, heißt es.

Verwunderung löst derweil der kommentarlose Rückzug des japanischen Mischkonzerns Sumitomo aus, von dem die Nachrichtenagentur dpa-AFX aus Finanzkreisen erfahren haben will. Das wäre ein schwerer Schlag für VW, da die Japaner – die mit einem unverbindlichen Angebot mit rund 2,9 Mrd. Euro die bisher höchste Bewertung vorgelegt haben sollen – das Bietergefecht offenbar verlassen haben, ohne auch nur überboten worden zu sein. Ein Grund wurde bislang nicht genannt.

Bis zum 20. Februar haben die verbliebenen Interessenten jetzt noch Zeit, um die Situation zu überdenken und verbindliche Gebote abzugeben. Angesichts der Höhe der ersten indikativen Gebote rechnen Experten trotz des Sumitomo-Ausstiegs noch damit, dass der Kaufpreis über der bislang geschätzten Summe von bis zu 2,5 Mrd. Euro liegen könnte. Betreut wird der Verkauf von der US-Bank Citigroup.

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