Dienstleistungszentrum kommt nach Leimen
Heidelberg-Cement-Mitarbeiter bringen Opfer

Der größte deutsche Zementhersteller Heidelberg-Cement hat sich mit dem Betriebsrat auf deutlich längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich für die Beschäftigten in der Konzernzentrale geeinigt. Dafür verbleiben rund 50 zuvor gefährdete Arbeitsplätze am Stammsitz Heidelberg.

HB STUTTGART. Die Gewerkschaft IG Bau teilte am Freitag in Frankfurt mit, Betriebsrat und Unternehmensleitung hätten sich auf einen Verbleib der Arbeitsplätze in Heidelberg geeinigt. „Als Preis dafür hat die Gewerkschaft einer Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden und zwei Urlaubstagen weniger zugestimmt.“ Bisher arbeiten die Beschäftigten 37,5 Stunden in der Woche. Die Gewerkschaft begründete ihre Zustimmung damit, für die Mitarbeiter der geplanten neuen Gesellschaft die Tarifbindung und den Haustarifvertrag erhalten zu wollen. Das Unternehmen bestätigte die Einigung und die neuen Konditionen.

Heidelberg-Cement will Stabsfunktionen zum 1. Januar 2006 in einem Dienstleistungszentrum für Finanzen, Revision und Informationstechnik bündeln. Es soll in Leimen bei Heidelberg angesiedelt werden. Da die Personalkosten dafür deutlich um 25 % sinken sollen, hatte das Unternehmen mit einer Verlagerung an günstigere Standorte in Ostdeutschland oder Osteuropa gedroht. Im Gespräch waren Leipzig und Krakau

Der vom Pharmaunternehmer Adolf Merckle mehrheitlich kontrollierte Konzern will sich auf Rendite trimmen und mit zentralisierten, schlankeren Strukturen den Rückstand zu den größeren Konkurrenten Holcim oder Lafarge aufholen. Dazu sollen europaweit in der Verwaltung rund 1100 der zuletzt 3200 Stellen gestrichen und jährlich 50 Mill. € eingespart werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht ausgeschlossen, in Deutschland betreffen die Pläne rund 220 Mitarbeiter.

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