Diesel-Affäre
Umweltbehörde lehnt VWs Rückrufplan ab

Die Odyssee von Volkswagen nimmt kein Ende: In den USA haben die Umweltbehörden EPA und Carb den Rückrufplan für die Diesel-Fahrzeuge mit Drei-Liter-Motoren abgelehnt. Er sei unvollständig und habe erhebliche Defizite.

New YorkVolkswagen steht vor neuen Verzögerungen in den USA. Die Umweltbehörden EPA und Carb haben in der Nacht zum Donnerstag den Rückrufplan für die Diesel-Fahrzeuge mit Drei-Liter-Motoren abgelehnt. Betroffen sind landesweit rund 80.000 Autos der Marken VW, Audi und Porsche, die im November in einem zweiten Schwung mit in den Diesel-Skandal hineingezogen wurden.

Auch in diesen Motoren soll, wie bei den knapp 500.000 Autos mit Zwei-Liter-Motoren, eine Schummel-Software eingebaut worden sein, sagen die Behörden. Wenn die Fahrzeuge nicht auf dem Rollenprüfstand stünden, würden sie bis zu neunmal mehr Stickoxide ausstoßen als erlaubt. Im Februar hatte VW einen Rückrufplan eingereicht, in dem den Aufsehern erklärt wurde, wie eine Reparatur aussehen soll. Doch der Plan sei „unvollständig und mit erheblichen Defiziten“ versehen, heißt es in einem Schreiben der kalifornischen Umweltbehörde Carb, das an VW und Audi adressiert ist.

Die VW-Tochter wird in den USA als separate Unternehmenseinheit geführt und wird daher von den Behörden getrennt behandelt. Carb hatte Volkswagen bereits zwei Wochen nach dem Einreichen des Plans auf schwere Mängel hingewiesen. Seitdem seien immer neue, wichtige Informationen nachgereicht worden, heißt es in den Schreiben, zuletzt noch im Juni.

Die US-Umweltbehörde EPA, die im Diesel-Skandal eng mit der kalifornischen Schwesterbehörde Carb zusammenarbeitet, stimmte der Kritik zu. „VW hat für die Drei-Liter-Diesel keinen zustimmbaren Rückrufplan vorgelegt“, hieß es in einer Stellungnahme der EPA.

Den Behörden zufolge sollen in den Drei-Liter-Motoren Hilfsgeräte zur Emissionskontrolle eingebaut worden sein, die nicht ordnungsgemäß angemeldet wurden. Carb sei zu dem Schluss gekommen, dass einige dieser Hilfsgeräte als Schummel-Software, sogenannte Defeat Devices, anzusehen seien. Diese würden die Emissionskontrolle beeinträchtigen oder ganz außer Gefecht setzen.

Volkswagen hatte im September bereits zugegeben, Schummel-Programme in fast 500.000 Diesel mit Zwei-Liter-Motoren eingebaut zu haben. Diese erkennen, wenn das Auto auf dem Rollenprüfstand steht und aktivieren nur dann die Abgasreinigung.

Erst Ende Juni hatte VW in den USA eine Teil-Einigung mit dem Justizministerium und den Umweltbehörden erzielt. Im schlimmsten Fall müssen alle der knapp 500.000 Autos zurückgekauft werden. Das könnte den Konzern zusammen mit weiteren Entschädigungszahlungen bis zu 15 Milliarden Dollar kosten.

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Umweltbehörde lehnt VWs Rückrufplan ab

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