Diesel-Affäre

Umwelthilfe und Opel treffen sich vor Gericht

Die Deutsche Umwelthilfe will den Streit mit Opel nun vor Gericht austragen – und hat eine einstwillige Verfügung beantragt. Das Landgericht Darmstadt muss nun über verschiedene Werbeaussagen des Autobauers entscheiden.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will den Diesel-Streit nun vor Gericht austragen. Quelle: dpa
Abgas-Vorwürfe gegen Opel

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will den Diesel-Streit nun vor Gericht austragen.

(Foto: dpa)

Darmstadt/RüsselsheimDer Diesel-Streit zwischen Deutscher Umwelthilfe und dem Autohersteller Opel wird nun auch vor Gericht ausgetragen. Das Landgericht Darmstadt hat für Freitag, 10. Juni, eine mündliche Verhandlung angesetzt, um über die von der Umwelthilfe beantragte einstweilige Verfügung zu sprechen.

Der private Verein will Opel unter anderem das Werbeversprechen untersagen lassen, dass die Abgasnachbehandlung den Diesel so sauber wie einen Benziner mache. Auch soll Opel nicht mehr behaupten dürfen, dass die Abgasreinigung des strittigen Zafira-Modells bei minus 30 Grad getestet worden sei. Das Unternehmen hat zwischenzeitlich eingeräumt, dass das Reinigungssystem bei Temperaturen unter 17 Grad nur noch im geringeren Umfang aktiv ist.

So tricksen die Autobauer beim Diesel
Volkswagen
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Seit Monaten tobt der Dieselskandal bei Volkswagen. Der Auslöser: eine Software, die erkennt, ob ein Auto auf dem Prüfstand steht. Um die Abgasprüfer hinters Licht zu führen, erkannten die Fahrzeuge mit 1.2-, 1,6- und 2.0-Liter TDI-Motor beispielsweise ob das Lenkrad bewegt wurde. Mittlerweile müssen etliche Modelle des Konzerns, darunter auch Passat und Golf darum zurück in die Werkstatt.

Volkswagen
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Auch bei den Nachprüfungen des Kraftfahrtbundesamtes sind Modelle der Wolfsburger negativ aufgefallen. Fast 200.000 Fahrzeuge müssen zurück in die Werkstatt, weil eine gesetzliche Ausnahmeregelung wohl zu weit ausgelegt wurde. Bei einer zu hohen oder zu niedrigen Außentemperatur schalten die Fahrzeuge ihre Abgasreinigung ab. Die Hersteller begründen das mit dem Motorenschutz. Der Gesetzgeber sieht das offenbar anders. Betroffen sind der Amarok, aber auch der Lieferwagen Crafter.

Audi
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Und auch die VW-Premiumtochter Audi spielt im Dieselskandal eine größere Rolle als zunächst angenommen. Das illegale Abschaltung der Abgasreinigung, die den Skandal auslöste, soll sogar in Ingolstadt mitentwickelt worden sein. Auch in den jüngsten KBA-Nachprüfungen überschritten einige Audi-Modelle den gesetzlichen Grenzwert für den Stickoxid-Ausstoß. Unter anderem muss der Q5 zurückgerufen werden.

Porsche
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Auch bei Porsche gehörte der Betrug zum Geschäft. Wenige Wochen nach dem Ausbruch des Dieselskandals musste auch der Sportwagenbauer eingestehen, dass seine 3-Liter-Dieselmotoren eine illegale Abschalteinrichtung enthalten. Auch bei den Nachprüfungen des KBA fiel ein Porsche-Modell unangenehm auf: ausgerechnet der kompakte Macan überschreitet die Stickoxid-Grenzwerte bei niedrigen Außentemperaturen.

Mercedes
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Die Sprachregelung bei Daimler wackelt: bisher hatten die Schwaben alle Vorwürfe, man habe beim Diesel betrogen weit von sich gewiesen. Doch bei den Nachprüfungen des KBA fielen A-Klasse, B-Klasse und V-Klasse aus dem Rahmen und müssen nun bei einem Rückruf überarbeitet werden. Alle haben übrigens eins gemeinsam...

Renault
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...Denn die Daimler-Diesel kommen aus einer Kooperation mit dem französischen Autobauer Renault. Der steht ohnehin schon unter Beobachtung der französischen Behörden, die nach dem Ausbruch des Dieselskandals mehrere Razzien bei Renault vornahmen. Der jüngste Bericht des KBA soll darum auch an die französischen Behörden weitergeleitet werden. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Opel
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Auch in Rüsselsheim sind die Dieselmotoren offenbar schmutziger als der Konzern es bisher zugegeben hat. Bei Zafira, Insignia und Cascada sind die Abgase wohl deutlich schmutziger, sobald die Temperatur unter 17 Grad fällt. Den vereinbarten Rückruf nennt man in Rüsselsheim "freiwillige Serviceleistung". Wohl auch um sich vor Schadenersatzforderungen zu schützen. Künftig sollen alle Modelle des Autobauers mit einem Harnstoff-Katalysator ausgerüstet werden.

Der Autobauer hatte auf das Unterlassungsverlangen der Umwelthilfe reagiert und sich verpflichtet, zwei von zehn kritisierten Aussagen nicht mehr im Zusammenhang mit dem Modell Zafira Diesel zu wiederholen. In der einstweiligen Verfügung geht es um die übrigen acht Aussagen. Am Dienstag wollte Opel die Vorwürfe nicht erneut kommentieren.

In dieser Woche soll der Hersteller zudem Informationen beim Bundesverkehrsministerium nachliefern. Auch hier geht es um die Abgasreinigung beim Zafira Diesel, die sich unter bestimmten Umständen herunterregelt. Das Ministerium hatte Zweifel an der Opel-Aussage geäußert, dass dies ausschließlich aus technischen Gründen zum legalen Motorenschutz geschehe.

  • dpa
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