Diesel-Klage
VW wehrt sich gegen das US-Justizministerium

Volkswagen widersetzt sich: Der Autobauer bezeichnet die Manipulationsvorwürfe zu den Drei-Liter-Autos als „inkonsistent“. Das US-Justizministerium solle daher Teile der Diesel-Klage fallen lassen.

San FranciscoVW kommt aus der Defensive: Der Konzern fordert das US-Justizministerium auf, Teile der Diesel-Klage fallen zu lassen. Dabei geht es um die rund 85.000 Fahrzeuge mit Drei-Liter Motoren, die von Audi entwickelt wurden und von den Marken VW, Audi und Porsche verwendet wurden.

Die US-Umweltbehörde EPA, die im Januar gemeinsam mit dem Justizministerium gegen VW geklagt hatte, hatte eine verdächtige Software in einem zweiten Schwung entdeckt. Zunächst waren knapp 500.000 VW-Diesel mit Zwei-Liter-Motoren ins Visier der Behörden geraten.

Die Manipulationsvorwürfe zu den Drei-Liter-Autos seinen „inkonsistent“, argumentiert VW in einem Gerichtsdokument. Zudem gebe es in der Klage „keine spezifischen Fakten“, die belegen, dass „die VW-Beschuldigten von der Schummel-Software in den betroffenen Drei-Liter-Autos wussten“, heißt es weiter.

Bei Betrugsvorwürfen müssten die Kläger jedoch belegen, dass die Beschuldigten von den Manipulationen wussten oder hätten wissen müssen. VW hatte zwar den Einsatz einer Schummel-Software bei den Zwei-Liter-Autos zugegeben. Bei den größeren Motoren war der Konzern jedoch zunächst von einem Versäumnis beim Zertifizierungsprozess ausgegangen. Das Argument wollten die Behörden jedoch nicht gelten lassen. Ein Sprecher des Justizministeriums wollte den Antrag nicht kommentieren.

Zu den Beschuldigten gehören neben der Volkswagen AG auch der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn, der derzeitige VW-Chef Matthias Müller, der ehemalige Volkswagen-Amerika-Chef Michael Horn sowie Audi-Chef Rupert Stadler. Audi hatte die Manipulationsvorwürfe zunächst bestritten, später jedoch eingelenkt.

Die Grundsatzeinigung, die VW mit den US-Behörden und mit den Anwälten der Autobesitzer im April erzielt hatte, soll von diesem Antrag jedoch nicht beeinträchtigt werden, betonte VW. Der Konzern hatte für die knapp 500.000 Fahrer von Zwei-Liter-Autos eine umfassende Entschädigung ausgehandelt und angeboten, im schlimmsten Fall alle 500.000 Fahrzeuge zurückzukaufen, sollten die Umweltbehörden einer Reparatur nicht zustimmen.

Zudem wird VW einen Umweltfonds aufsetzen und erhebliche Strafen zahlen. Der Wolfsburger Autobauer hat noch bis zum 21. Juni Zeit, die Details mit den Behörden und den Anwälten der Autobesitzer auszuarbeiten.

Eigentlich hätte VW am Donnerstag dem Richter ein Update über den Stand der Verhandlungen geben sollen. Der Termin wurde jedoch kurzfristig auf Dienstag verschoben.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
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