Diesel-Skandal VW bleibt weiter im Krisenmodus

Volkswagen leidet in den USA weiter unter dem Diesel-Skandal. Um fast acht Prozent ist dort der Umsatz im Jahresvergleich zurückgegangen. Doch das Management ist zuversichtlich: Ein neues Modell soll zur Trendwende führen.
Update: 04.10.2016 - 15:23 Uhr
Nach der Abgas-Krise will das Unternehmen in Mittelamerika schnell wieder zu alter Stärke zurückfinden. Quelle: dpa
Das VW-Werk in Puebla

Nach der Abgas-Krise will das Unternehmen in Mittelamerika schnell wieder zu alter Stärke zurückfinden.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIn den USA hält der Abwärtstrend von Volkswagen an. Auch im September sind die Verkaufszahlen der Konzernmarke VW zurückgegangen, gegenüber dem Vorjahresmonat liegt das Minus bei fast acht Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. VW fehlen attraktive neue Autos, um US-Kunden nach der Dieselaffäre wieder für sich zu gewinnen.

Trost für VW: Für die meisten Autohersteller geht es in den USA nicht mehr recht voran. Wie VW meldet der Großteil der Autokonzerne ein Verkaufsminus für September. Zu den wenigen Unternehmen, die im September ein Plus verzeichneten, gehören Daimler, Nissan und Toyota.

Was die weltweit wichtigsten Autoländer bewegt
Ausblick auf den Automarkt
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Ob ein Automarkt floriert oder einbricht, hängt immer öfter mit dem staatlichen Handeln zusammen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Kreditversicherers Euler Hermes. Weltweit haben die Experten die Situation auf den Automärkten analysiert und zeigen den starken Einfluss von Subventionen, Steuersenkungen und Marktanreizen. Ein Überblick.

China
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Der chinesische Markt war jahrelang das El Dorado der Branche. Großes Wachstum und ebenso große Margen gingen Hand in Hand. Durch staatliche Anreize dürfte der Autoabsatz in China das Jahr mit einem Plus von acht Prozent abschließen. Nächstes Jahr soll es mit einem Plus von fünf Prozent auf 24 Millionen Fahrzeuge etwas langsamer vorangehen.

USA
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erWegen des niedrigen Ölpreises und der niedrigen Zinsen steuert der US-Markt auf ein neues Rekordjahr zu. Allerdings fällt der Zuwachs mit einem Prozent sehr mager aus. Im kommenden Jahr rechnen die Experten sogar damit, dass der Markt um zwei Prozent auf 17,6 Millionen verkaufte Fahrzeuge schrumpfen könnte.

Japan
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Der japanische Automarkt ist seit Jahren auf einer Achterbahnfahrt – gefangen zwischen starkem Yen und neuen Kaufanreizen durch die Regierung. Nach einer Mehrwertsteuererhöhung und einem Absturz hat sich der Absatz dieses Jahr wieder bei fünf Millionen verkauften Fahrzeugen stabilisiert. Im kommenden Jahr wird ein Wachstum von fünf Prozent erwartet.

Großbritannien
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Auf der Insel geht das Brexit-Gespenst um. Obwohl noch nicht einmal die Verhandlungen über den Ausstieg aus der EU begonnen haben, rechnen die Experten mit einem Abschwung des Automarktes. Im Jahr 2016 legt der Markt zwar noch leicht zu, für 2017 wird ein Absturz um neun Prozent erwartet.

Deutschland
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Der deutsche Automarkt hat sich von seiner Schwäche erholt und dürfte das laufende Jahr mit einem Plus von fünf Prozent und 3,35 Millionen verkauften Fahrzeugen abschließen. Im Jahr 2017 soll es langsamer vorangehen. Vorausgesagt wird ein Wachstum von einem Prozent.

Frankreich
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Die französischen Autobauer PSA und Renault können aufatmen. Ihr Heimatmarkt entwickelt sich mit eine Plus von sechs Prozent oder 2,1 Millionen verkauften Fahrzeugen wieder überdurchschnittlich, allein der Diesel schwächelt. Allerdings soll das Absatzplus im kommenden Jahr mit drei Prozent deutlich geringer ausfallen.

Volkswagen hofft darauf, dass das Wolfsburger Unternehmen die Krise in den USA bald hinter sich lassen wird. Dazu soll eine Reihe von neuen Modellen beitragen, die von 2017 an in den USA verkauft werden. Dazu zählt etwa ein neuer größerer SUV (Geländewagen), den VW im eigenen Werk Chattanooga im Bundesstaat Tennessee ausschließlich für Nordamerika produzieren wird.

VW versorgt den US-Markt auch aus seinem Werk im mexikanischen Puebla. Wegen der Dieselaffäre werden dort statt der geplanten 600.000 Autos gerade einmal 400.000 produziert. VW will dort künftig eine Langversion des bekannten Tiguan fertigen. Gerade dieses Auto soll dazu beitragen, dass Puebla wieder auf 600.000 produzierte Fahrzeuge kommt. „Mit den neuen Modellen wird uns das gelingen“, sagte VW-Mexiko-Chef Andreas Hinrichs. Auch künftig wird VW in den USA wahrscheinlich dauerhaft auf Diesel verzichten.

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