Dieselgate
Australische Behörde verklagt Volkswagen

Wieder kommt Ärger auf Volkswagen zu, dieses Mal aus Australien, wo die Verbraucherschutzbehörde ACCC eine Klage gegen den Autobauer eingereicht hat. Erneuten Druck gibt es zudem in den USA.

Sydney/Nashville Im Abgasskandal droht Volkswagen weiteres Ungemach. Die australische Verbraucherschutzbehörde ACCC hat nach eigenen Angaben vom Donnerstag eine Klage gegen den Wolfsburger Konzern eingereicht. Sie wirft dem Autohersteller vor, in den vergangenen fünf Jahren mehr als 57.000 Fahrzeuge mit einer Betrugssoftware verkauft zu haben.

Volkswagen hatte im September 2015 die Manipulation von Abgaswerten bei weltweit elf Millionen Diesel-Autos eingestanden. Eine illegale Abschalteinrichtung sorgt dafür, dass die Wagen Abgasgrenzwerte nur auf dem Prüfstand einhalten, nicht aber auf der Straße. Der Konzern sieht sich mit zahlreichen Klagen und milliardenschweren Schadenersatzforderungen konfrontiert. Die Niedersachsen hatten sich im Juni mit US-Behörden und Privatklägern auf einen bis zu 15,3 Milliarden Dollar teuren Vergleich geeinigt, um den Abgasskandal beizulegen.

Zugleich verlangte in Großbritannien ein parlamentarischer Umweltausschuss von der Regierung, härter gegen VW vorzugehen. Die Forderungen des Komitees sind jedoch nicht bindend für die Londoner Politiker, die in der Dieselgate-Affäre noch über etwaige Maßnahmen gegen Europas größten Autobauer entscheiden müssen.

In den USA sieht sich Volkswagen auch aus einem anderen Grund erhöhtem Druck ausgesetzt: Die US-Bundesbehörde für Arbeitsbeziehungen besteht auf Tarifverhandlungen des Volkswagenkonzerns mit der Autobauergewerkschaft UAW. VWs Weigerung, einer entsprechenden Anordnung für etwa 160 Mitarbeiter seines Werkes in Chattanooga im US-Staat Tennessee Folge zu leisten, verstoße gegen geltendes Recht, erklärte die NLRB am Mittwoch und ordnete Verhandlungen an.

VW-Spezialisten für Roboter und Maschinen in Chattanooga hatten im Dezember mehrheitlich entschieden, sich von der UAW vertreten zu lassen. VW weigerte sich jedoch, Gespräche mit der UAW zu beginnen und ging gegen die NLRB-Entscheidung vor, auch kleine Gruppen unter den 1400 Beschäftigten für gewerkschaftliche Verhandlungen mit dem Unternehmen zuzulassen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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