Dieselgate
Erster US-Anleiheinvestor verklagt VW

Der amerikanische Pensionsfonds Boston Retirement System hat Volkswagen in den USA verklagt. Durch die Folgen des Abgasskandals sehe sich die Gruppe geschädigt. Die Klage ist die erste eines Anleiheinvestors.

New YorkIm Diesel-Skandal macht eine weitere Gruppe an Klägern Druck auf VW. Der amerikanische Pensionsfonds Boston Retirement System (BRS) hat VW in den USA verklagt. BRS hatte vor dem Bekanntwerden der Abgasmanipulationen Anleihen des Wolfsburger Autobauers gekauft und sieht sich durch die Folgen des Skandals geschädigt.

Es ist die erste Klage eines Anleiheinvestors. Sie ist als Sammelklage angelegt. Dabei geht um festverzinsliche Wertpapiere im Wert von gut acht Milliarden Dollar, die VW in drei separaten Schritten in den USA ausgegeben hat, wie aus der Klageschrift hervorgeht.

Die Anleihen hätten nach Bekanntwerden der „Dieselgate“-Affäre im September 2015 Hunderte Millionen an Wert eingebüßt, argumentiert die New Yorker Kanzlei Labaton Sucharow, die die Klage für den Pensionsfonds eingereicht hat. Zu den Beklagten gehören neben der Volkswagen AG auch die US-Tochter sowie die amerikanische Finanzierungssparte, der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn und der ehemalige VW-Amerika-Chef Michael Horn.

„Volkswagen hat US-Investoren und Regulierer mit den manipulierten Abgassystemen getäuscht und gleichzeitig Milliarden von Investoren am amerikanischen Kapitalmarkt eingesammelt“, argumentiert Labaton-Partner Thomas Dubbs. Mit der Klage „wollen die Anleihe-Investoren entschädigt werden.“

VW ist in den USA gerade dabei, eine Sammelklage der Autobesitzer beizulegen, ebenso wie eine zivilrechtliche Klage des Justizministeriums und der Umweltbehörde EPA. Details der Einigung müssen am 28. Juni bei Gericht vorgelegt werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
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