Dieselgate-Folgen
Das große Umrüsten beginnt bei Porsche

Nach Dieselgate wurden auch bei anderen Typen auffällige Abgaswerte entdeckt. Die Hersteller sagten freiwillige Kooperation zu. Doch beim ersten Modell zeigt sich: Es geht dabei nicht nur um Kleinigkeiten.

BerlinBeim Umgang mit seinen Kunden in der Abgaskrise gerät Volkswagen auch auf europäischer Ebene stärker ins Visier von Verbraucherschützern. Organisationen aus den meisten Mitgliedstaaten klagten über einen „Mangel an Transparenz“, sagte die zuständige EU-Kommissarin Vera Jourova am Montag. Der Konzern habe Autofahrer nicht ausreichend informiert, wie Abhilfe geschaffen werden solle, hieß es aus der Brüsseler Behörde. In Deutschland, wo Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nach der Manipulation von weltweit Millionen Dieselwagen Nachtests angeordnet hatte, werden nun erste Modelle auch anderer Autobauer zurückgerufen.

Der ADAC mahnte, Autofahrer dürften nicht für Versäumnisse anderer bestraft werden. „Um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, müssen Autoindustrie und Politik sicherstellen, dass sich für Verbraucher weder aus der Umrüstung noch aus der Aufarbeitung weitere Nachteile ergeben“, sagte Vizepräsident Thomas Burkhardt der Deutschen Presse-Agentur. Ein richtiger Schritt wäre es aus seiner Sicht, die Einhaltung aller Vorschriften und Abgaswerte verbindlich zu garantieren. VW hatte bekräftigt, dass sich Leistungs- und Verbrauchsdaten nach dem Rückruf nicht verschlechtern sollen.

Europas größter Autobauer hat zugegeben, die Abgaswerte von Millionen Dieselautos mit einer verbotenen Software geschönt zu haben. In Deutschland muss sie aus 2,4 Millionen Fahrzeugen entfernt werden. Ein erster großer Teil des Rückrufs hatte bereits im Frühjahr beginnen sollen, musste aber verschoben werden.

Die EU-Kommission hatte Verbraucherschutz-Organisationen im Juli aufgefordert, Berichte zum Umgang mit dem Skandal einzureichen. Am Donnerstag will Jourova nationale Verbraucherschützer treffen, für den 29. September sind Gespräche mit Aufsichtsbehörden aus den EU-Ländern geplant. Auch ein erneutes Treffen mit VW-Vertretern sei auf Wunsch des Unternehmens in Vorbereitung, hieß es.

Der ADAC forderte, Abgas-Manipulationen müssten künftig bestmöglich ausgeschlossen werden. Man brauche Sanktionsmöglichkeiten bei begangenen Verstößen. Dobrindt sagte dem „Focus“, es seien „harte Konsequenzen“ gezogen worden, indem VW alle Fahrzeuge gesetzeskonform umrüsten müsse. Zu Kritik, dass nur US-Kunden Entschädigung erhalten, bekräftigte er, dass es in Deutschland ein anderes Rechtssystem gebe. Volkswagen äußerte sich am Montag zunächst nicht zur EU-Debatte.

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