Dieselgate-Kommunikation

Suchspiel mit Volkswagen

Die Informationspolitik von VW wirft Fragen auf – nicht nur bei Behörden. Kunden in den USA und Kanada finden im Internet nicht immer den aktuellen Stand der Entwicklung – oder müssen auf speziellen Seiten nachschauen.
Kunden, die sich beim VW-Konzern über den neuesten Stand im Dieselgate informieren wollen, haben es schwer. Quelle: dpa
Volkswagen

Kunden, die sich beim VW-Konzern über den neuesten Stand im Dieselgate informieren wollen, haben es schwer.

(Foto: dpa)

New YorkIm Volkswagen-Emissionsskandal ist vieles im Fluss. Ständig gibt es neue Entwicklungen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch zum Beispiel in den USA und Kanada. Gerade die US-Umweltbehörde EPA und der kalifornische Regulierer Carb machen den Wolfsburgern mächtig Druck. Die PR-Manager der Kernmarke VW und der Luxus-Marken Audi und Porsche sind im Dauereinsatz.

Doch in der ganzen Aufregung haben die Kommunikationsstrategen wohl vergessen, ihre Webseiten auf dem aktuellen Stand zu halten. Wer in der Nacht zum Mittwoch auf die US-Seite www.vwdieselinfo.com ging, um sich über die neusten Entwicklungen im Emissionsskandal zu informieren, der findet lediglich „old news“.

Betroffen seien neben den Zwei-Liter-Diesel-Maschinen auch Drei-Liter-Diesel der Modelljahre 2013 bis 2016, heißt es dort. Dabei ist seit spätestens Montagabend deutscher Zeit klar, dass bereits Drei-Liter-Fahrzeuge der Modelljahre 2009 und jünger eine in den USA und Kanada unerlaubte Software eingebaut hatten.

Audi hatte das am Montag mitgeteilt, weil die Luxus-Tochter aus Ingolstadt den Motor gebaut hatte, der allerdings auch im VW Touareg und im Porsche Cayenne verwendet wird. Eine Sprecherin verspricht, sie wolle sich um ein Update kümmern.

Auf Volkswagens Seite in Kanada ist in der Nacht zum Mittwoch noch gar nicht die Rede davon, dass auch Drei-Liter-Fahrzeuge betroffen sind. Ein Sprecher war nicht erreichbar. „Mir scheint, VW hat ein globales Problem damit, aufrichtig und ehrlich mit der Öffentlichkeit und den Behörden zu sein“, beschwert sich ein enttäuschter VW-Fahrer aus Kanada.

Die lange Liste der Offenbarung
Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Für manche Nicht-Auto-Experten war es ja überraschend, dass Porsche überhaupt Diesel verkauft. Doch zumindest dieses Modell wird nach den neuesten Vorwürfen in der Abgas-Affäre nun in den USA nicht mehr verkauft. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte ein Sprecher am 4. November 2015.

Wie die Konzernmutter VW hat Porsche die kürzlich von der US-Umweltbehörde EPA genannten Manipulationen auch größerer Diesel-Aggregate bislang nicht eingeräumt. Noch werden die Vorwürfe geprüft, wobei man mit der EPA kooperiert.

Porsche hat seit dem Jahresbeginn in den USA gut 12.000 Cayennes ausgeliefert, rund 3.000 davon hatten einen Dieselmotor. Die beanstandeten Motoren kommen von Audi.

Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Von den Ermittlungen der US-Umweltbehörde EPA sind rund 3.000 Dieselfahrzeuge des Sportwagenbauers Porsche betroffen, dies hat die VW-Tochter bestätigt. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Diesel-Cayennes, die von Januar bis September in den USA ausgeliefert wurden. Das ist knapp ein Viertel aller 2015 in den Vereinigten Staaten an die Kunden übergebenen Cayennes.

Bisher sagte Porsche auf Fragen zu etwaigen Verwicklungen in den Abgasskandal, man habe damit nichts zu tun, auch weil es nur um Vierzylinder-Motoren gehe - so kleine Motoren habe man aber gar nicht im Sortiment.

Unter Verdacht: Ältere 3-Liter-Diesel
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Die US-Umweltschutzbehörde EPA teilte am 20. November mit, Vertreter von VW und Audi hätten erklärt, dass alle in den USA verkauften Autos mit Drei-Liter-Dieselmotoren der Modelljahre 2009 bis 2016 mit einer nicht zugelassenen Software-Funktion zur Abgaskontrolle ausgerüstet seien.

Bis zu diesem Zeitpunkt war nur von rund 10.000 Fahrzeugen der Modelljahre 2014 bis 2016 die Rede gewesen. Nach Angaben der EPA geht es nun um rund 75.000 zusätzliche Fahrzeuge aus den Jahren davor, also insgesamt 85.000 Autos.

Von den neuen Vorwürfen betroffen sind die Audi-Modelle A6, A7, Q5 und Q7 mit dem 3,0-Liter-TDI-Motor der Modelljahrgänge 2009 bis heute.

Angeblich betroffen: Volkswagen Touareg, 3.0 L Diesel V6
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. Die Motoren werden im VW Touareg (Modelljahrgang 2014) und Porsche Cayenne (Modelljahrgang 2015) sowie in größeren Audi-Modellen des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Angeblich betroffen: Audi A8 und A8 Langversion
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Nach Porsche stoppten per Mitteilung vom 4. November auch Audi und Volkswagen den Verkauf von V6-TDI-Dieseln in den USA. Betroffen sind unter anderem die Audi-Modelle A6, A7 und A8 sowie die Geländewagen Q5 und Q7 mit TDI-Motor. Bei Volkswagen ist der VW-Touareg betroffen.

Die Marken reagieren damit auf den Vorwurf, auch bei dem großen Dieselmotor die Abgaswerte manipuliert zu haben. Der VW-Konzern bestreitet den Vorwurf, da es sich um ein gängiges und legales System zur Abgasregulierung handele, das der Konzern bei der Zulassung in den USA aber nicht angegeben habe.

Angeblich betroffen: Audi Q5
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Betroffen: Audi A6 quattro
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Die Audi-Webseite in den USA – immerhin – listet die betroffenen Audi-Fahrzeuge im vollen Umfang. Bei Audi in Kanada spricht man ebenfalls von betroffenen Zwei- und Drei-Liter-Motoren und bittet die Kunden um noch etwas Geduld.

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