Dieselgate

Mehr Drei-Liter-Diesel in den USA verdächtig

In der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei VW sind weitere Fahrzeuge ins Visier der Ermittler gelangt, teilte die US-Umweltbehörde mit. Derzeit wird noch geprüft, ob es sich um eine neue Manipulationssoftware handelt.
Update: 20.11.2015 - 22:21 Uhr

Statt Nachrüstung: Muss VW seine Autos zurückkaufen?

Statt Nachrüstung: Muss VW seine Autos zurückkaufen?

New YorkDer Diesel-Skandal in den USA weitet sich aus. Offenbar sind 75.000 weitere Drei-Liter-Diesel der Marken Volkswagen, Audi und Porsche ins Visier der Behörden geraten, als bislang angenommen. Das teilten die US-Umweltbehörde EPA und der kalifornische Luftregulierer CARB am Freitag mit. Anfang November hatten die Behörden dem Wolfsburger Konzern in einer zweiten Welle auch mögliche Manipulationen der großen Diesel-Motoren aus den Modelljahren 2014 bis 2016 hingewiesen. Damals ging es um rund 10.000 Fahrzeuge. Der Autobauer hatte dies zunächst bestritten. Das Dementi herauszugeben sei eine Vorstandsentscheidung gewesen, wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfuhr.

Während eines Treffens am Donnerstag hätten Vertreter von VW und Audi gegenüber den Regulierern eingeräumt, dass sich die Ungereimtheiten nicht nur auf die Modelljahre 2014 bis 2016, sondern auf die Modelljahre 2009 bis 2016 erstrecken, heißt es in der Mitteilung. Damit sind insgesamt 85.000 Fahrzeuge mit Drei-Liter-Diesel-Motoren betroffen. Im Kern geht es um einen Motor, der von Audi entwickelt wurde, jedoch nicht nur in den Audi-Modellen A6, A8 und Q5, sondern auch im Porsche Cayenne und im Volkswagen Touareg verwendet wird.

Die lange Liste der Offenbarung
Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Für manche Nicht-Auto-Experten war es ja überraschend, dass Porsche überhaupt Diesel verkauft. Doch zumindest dieses Modell wird nach den neuesten Vorwürfen in der Abgas-Affäre nun in den USA nicht mehr verkauft. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte ein Sprecher am 4. November 2015.

Wie die Konzernmutter VW hat Porsche die kürzlich von der US-Umweltbehörde EPA genannten Manipulationen auch größerer Diesel-Aggregate bislang nicht eingeräumt. Noch werden die Vorwürfe geprüft, wobei man mit der EPA kooperiert.

Porsche hat seit dem Jahresbeginn in den USA gut 12.000 Cayennes ausgeliefert, rund 3.000 davon hatten einen Dieselmotor. Die beanstandeten Motoren kommen von Audi.

Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Von den Ermittlungen der US-Umweltbehörde EPA sind rund 3.000 Dieselfahrzeuge des Sportwagenbauers Porsche betroffen, dies hat die VW-Tochter bestätigt. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Diesel-Cayennes, die von Januar bis September in den USA ausgeliefert wurden. Das ist knapp ein Viertel aller 2015 in den Vereinigten Staaten an die Kunden übergebenen Cayennes.

Bisher sagte Porsche auf Fragen zu etwaigen Verwicklungen in den Abgasskandal, man habe damit nichts zu tun, auch weil es nur um Vierzylinder-Motoren gehe - so kleine Motoren habe man aber gar nicht im Sortiment.

Unter Verdacht: Ältere 3-Liter-Diesel
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Die US-Umweltschutzbehörde EPA teilte am 20. November mit, Vertreter von VW und Audi hätten erklärt, dass alle in den USA verkauften Autos mit Drei-Liter-Dieselmotoren der Modelljahre 2009 bis 2016 mit einer nicht zugelassenen Software-Funktion zur Abgaskontrolle ausgerüstet seien.

Bis zu diesem Zeitpunkt war nur von rund 10.000 Fahrzeugen der Modelljahre 2014 bis 2016 die Rede gewesen. Nach Angaben der EPA geht es nun um rund 75.000 zusätzliche Fahrzeuge aus den Jahren davor, also insgesamt 85.000 Autos.

Von den neuen Vorwürfen betroffen sind die Audi-Modelle A6, A7, Q5 und Q7 mit dem 3,0-Liter-TDI-Motor der Modelljahrgänge 2009 bis heute.

Angeblich betroffen: Volkswagen Touareg, 3.0 L Diesel V6
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. Die Motoren werden im VW Touareg (Modelljahrgang 2014) und Porsche Cayenne (Modelljahrgang 2015) sowie in größeren Audi-Modellen des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Angeblich betroffen: Audi A8 und A8 Langversion
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Nach Porsche stoppten per Mitteilung vom 4. November auch Audi und Volkswagen den Verkauf von V6-TDI-Dieseln in den USA. Betroffen sind unter anderem die Audi-Modelle A6, A7 und A8 sowie die Geländewagen Q5 und Q7 mit TDI-Motor. Bei Volkswagen ist der VW-Touareg betroffen.

Die Marken reagieren damit auf den Vorwurf, auch bei dem großen Dieselmotor die Abgaswerte manipuliert zu haben. Der VW-Konzern bestreitet den Vorwurf, da es sich um ein gängiges und legales System zur Abgasregulierung handele, das der Konzern bei der Zulassung in den USA aber nicht angegeben habe.

Angeblich betroffen: Audi Q5
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Betroffen: Audi A6 quattro
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Die Software ist bei den Drei-Liter-Motoren allerdings eine andere, als die, die bei Autos mit kleineren Motoren eingesetzt und bereits als Schummel-Programm („Defeat Device“) enttarnt wurde. Die Behörden hatten am 18. September mitgeteilt, dass 482.000 Autos betroffen seien und damit den Skandal ins Rollen gebracht. Damals lag der Fokus zunächst auf 1,2-, 1,6- und 2-Liter-Motoren.

Die verdächtige Software, um die es nun geht, wird „Auxiliary Emissions Control Device“ (AECD) genannt. Ob es sich dabei um ein Schummelprogramm handelt, muss sich erst zeigen.
Die neuen Vorwürfe gegen VW bezögen sich zunächst vor allem auf Fehler im Zertifizierungsverfahren, sagte ein CARB-Sprecher. Ein Audi-Sprecher räumte ein, eine in Europa legale Software-Funktion sei den amerikanischen Behörden nicht hinreichend gemeldet worden. Sie werde nun umprogrammiert.
Das heiße jedoch nicht zwangsläufig, dass dieses Programm der Manipulation dienen müsse. Ob das der Fall sei, werde noch geprüft. Es liege den Behörden auch kein Schuldeingeständnis von VW dazu vor.
“Auf der Basis dieser Informationen werden EPA und CARB weiter ermitteln und die nötigen Schritte einleiten”, heißt es in der Stellungnahme. Sprecher von VW, Audi und Porsche waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

„Ein besonders unglücklicher Aspekt – neben den Auswirkungen auf die Umwelt – ist, dass VW nun die negativen Schlagzeilen nicht hinter sich lassen kann um den Erneuerungsprozess zu beginnen“, sagt Karl Brauer vom Analysehaus Kelley Blue Book. „Man kann sich nicht von einem Skandal erholen, während er weiter wächst. Man muss erst einmal den Punkt erreichen, an dem alles auf dem Tisch liegt und es keine schlechten Nachrichten mehr gibt – erst dann kann man den Schaden reparieren.“

Die in den USA gehandelten VW-Aktien (ADR) sackten nach der CARB-Mitteilung ab. Die Papiere gaben um vier Prozent nach. Auch im nachbörslichen Handel in Deutschland kamen Volkswagen-Aktien unter Druck: Die VW-Vorzugsaktie notierte gegen 20.30 Uhr bei 105 Euro, nachdem sie den regulären Handel bei 108,45 Euro beendet hatte.

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