Dieselgipfel in Stuttgart: Daimler-Boss: „Wir stellen uns der Neuerfindung des Autos“

Dieselgipfel in Stuttgart
Mit dem Fuß auf der Bremse

  • 6

Daimler-Boss: „Wir stellen uns der Neuerfindung des Autos“

„Es ist sehr komplex, wir müssen das schnell angehen“, sagte Kretschmann, als er sich von ZF-Chef Sommer verabschiedete. Und Daimler-Chef erklärte: „Wir stellen uns der Neuerfindung des Autos mit Begeisterung“. 10 Milliarden Euro investiert die Marke mit dem Stern in den Ausbau ihrer Elektroflotte. Viel Geld wird mit Sicherheit gebraucht.

Wie wichtig die Details sind, macht EnBW-Chef Frank Mastiaux deutlich. Es müssten gewaltige Summen in den Netzausbau investiert werden. „Das heutige Stromnetz ist auf das gleichzeitige Aufladen großer Mengen von Elektroautos nicht ausgelegt“, sagte der Chef des drittgrößten deutschen Energieversorgers. In jedem fünften Haushalt um 18 Uhr ein Elektrofahrzeug daheim zu laden, schaffe das Netz nicht. Auch die Leitungen in Parkhäusern könnten nicht mehr als fünf Ladestationen gleichzeitig mit Strom versorgen.

Bis Herbst will EnBW 120 Schnelladestationen auf den Autobahnraststätten in Baden Württemberg bauen. Wenn 100.000 Elektroautos im Jahr 2020 auf schwäbischen Straßen fahren, könnten diese dann auch geladen werden. Das sei ein realistisches Ziel der Energiewirtschaft, erklärte Mastiaux. Notwendig seien dafür seiner Ansicht nach erhebliche Investitionen.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen) ist um eine Bemerkung nicht verlegen. „Es fehlt nicht an Ladestationen, es fehlt an Elektroautos.“ Vielleicht ändern diesen Zustand ja die Schwaben mit ihrer Allianz.

ZF-Chef Sommer sagte: „Die Transformation zur Elektromobilität ist ein Thema, das weit über die Landesgrenzen hinaus geht – sehr weit, denn es ist global. “ Und Porsche-Finanzchef Lutz Meschke erklärte: „Die Welt wartet nicht auf uns.“´

Seite 1:

Mit dem Fuß auf der Bremse

Seite 2:

Daimler-Boss: „Wir stellen uns der Neuerfindung des Autos“

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Dieselgipfel in Stuttgart: Mit dem Fuß auf der Bremse "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Kretschman ist ein Grüner unter einem bürgerlichen Deckmantel.

    Den Grünen kann der Sprit nicht teuer genug, das Tempolimit nicht niedrig genug und Fahrverbote für "normale" Autos (zuerst der Diesel, dann die anderen) nicht kurzfristig genug erfolgen.
    Sie wollen Gender und den "Veggie-Day", mehr "Flüchtlinge, mehr "Toleranz" gegen alles und jeden, mehr Steuern und Abgaben für die "die schon länger hier leben".
    Laufen gerne hinter "Deutschland ist Scheisse"-Plakaten her.

    Man könnte noch ewig weitermachen.....

    Die Grünen braucht kein Mensch......

  • Ich brauche ein Stecker zu Hause !!!! Nicht irgendwo 10 km weit von meinem​ Bett!!!

  • Viele Experten, Top-Manager und Politiker treffen sich und irgendwie will man niemand so richtig weh tun und vor allem fehlt eine Entscheidungsgrundlage (oder sie wurde jedenfalls nicht der breiten Öffentlichkeit vorgestellt), die folgende Fragen beantwortet:
    1. Wie hoch ist der Ressourcenverbrauch und die Klimarelevanz eines Elektroautos über den gesamten Lebenszyklus im Vergleich mit einem Benziner oder Diesel (Bei kleinen, mittleren und großen Autos) unter realistischen Fahrbedingungen und bei dem gegenwärtigen Mix der Erzeugung von elektrischem Strom sowie der Erdölförderung?
    2. Sind die Vorräte (Lithium, ggf. andere Materialien) ausreichend, dass weltweit ein vollständiger Umstieg aufs E-Auto mögich ist und falls nein, gibt es andere Möglichkeiten Energie zu konkurrenzfähigen Preisen zu speichern (z.B. mit Brennstoffzellen)?

    Nur wenn diese beiden Fragen von einem kompetenten Team, was zweifelsfrei unabhängig von Partikularinteressen ist, positiv beantwortet worden ist, macht es überhaupt Sinn, über die flächendeckende Nutzung des E-Autos nachzudenken. Man kann sicher hochpreisige, sprintstarke E-Autos für die Luxusklasse bauen - aber das geht an der weltweiten Problematik Mobilität vorbei.

    Ich finde die ganze Diskussion extrem oberflächlich und sie wird weitgehend inkompetent geführt. Hypes gibt es nicht nur um Martin Schulz, sie erfasst mittlerweile fast alle Bereiche. Und zum Schluss noch ein kleiner Hinweis an die Politiker: Bevor sie Fahrverbote beschließen, sollten sie erst mal daran gehen, dass gesamte Schienennetz zu elektrifizieren. Da es viele nicht elektrifizierte Strecken und Teilabschnitte gibt, müssen häufig stinkende Dieselloks und Dieseltriebwagen eingesetzt werden. Für das Geld was man in Stuttgart 21 versenkt hat, hätte man viele Strecken elektrifizieren und damit umweltfreundlich machen können. Und was ist mit den Kreuzfahrtschiffen, den größten sinnlosen Dreckschleudern überhaupt?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%