Dieselskandal

Richter bestätigt Milliardenstrafe gegen Volkswagen

Ein Richter hat den 2,8 Milliarden Dollar schweren Vergleich zwischen Volkswagen und dem US-Justizministerium abgesegnet. Der frühere Staatssekretär Larry Thompson wird drei Jahre lang zum Aufpasser bei dem Konzern.
Update: 21.04.2017 - 16:56 Uhr Kommentieren
Der frühere US-Staatssekretär wird Volkswagen drei Jahre lang auf die Finger schauen. Quelle: Bloomberg News
Larry Thompson

Der frühere US-Staatssekretär wird Volkswagen drei Jahre lang auf die Finger schauen.

(Foto: Bloomberg News)

Detroit, WashingtonEin Bundesrichter in Detroit hat am Freitag den Vergleich zwischen VW und US-Justizministerium im Dieselskandal abgesegnet. Demnach muss Volkswagen eine Strafe von 2,8 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) zahlen, um den Rechtsstreit beizulegen.

Bundesrichter Sean Cox hatte sich bei Bekanntgabe der Vereinbarung vor sechs Wochen mehr Zeit ausbedungen, um zu einer Entscheidung zu kommen. Er hatte das mit der Schwere der Straftat begründet.

Nach dem Vergleich ernannte das Justizministerium in Washington den früheren Staatssekretär Larry Thompson zum Aufseher bei dem Konzern. Thompson werde dem Unternehmen in den kommenden drei Jahren auf die Finger schauen, sagte ein US-Staatsanwalt am Freitag bei der Anhörung. Der Jurist arbeitete in der Amtszeit von Präsident George W. Bush von 2001 bis 2003 im Justizministerium.

VW hatte im Rahmen des Vergleichs zugestimmt, sich für drei Jahre von einem unabhängigen Experten begutachten zu lassen, der Zugang zu Dokumenten haben und die Bemühungen des Konzerns zur Einhaltung der Umweltgesetze bewerten soll. Zudem hat der Wolfsburger Konzern Reformen versprochen.

Das Justizministerium hat in den USA zugleich die Aufgaben einer Staatsanwaltschaft des Bundes. Thompsons offizieller Titel war deswegen stellvertretender Generalstaatsanwalt.

Das waren die 2016er Bestseller von VW
Platz 10: VW Touran - 164.248 verkaufte Fahrzeuge
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Den Auftakt in der Reihe der zehn Bestseller von VW macht der Kompaktvan. Ein Grund für seinen Erfolg liegt sicherlich in seinem wenig polarisierenden Design, dem großzügigem Platz, viel Komfort und der guten Sitzvariabilität. Ein echter Freund der Familie.

Quelle: VW Konzernbericht 2016

Platz 9: VW Up - 169.970 verkaufte Fahrzeuge
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Trotz gesunkener Verkaufszahlen reicht es noch für Platz neun: Der Kleinstwagen von VW überzeugt mit pfiffigen Lösungen auf engstem Raum. Agilität in der City und geringe Kosten, damit kann der Zweitürer ebenso punkten.

Platz 8: VW Bora - 236.427 Verkäufe
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Dass der Name der fünftürigen Limousine zwischen Golf- und Passat-Größe überhaupt noch geführt wird, ist der Bedeutung des chinesischen Automarktes zu verdanken, der für die Wolfsburger so unglaublich wichtig geworden ist. Und egal was man von der Formgebung in Europa hält: Chinesen lieben nun mal klassische Limousinen...

Platz 7: VW Santana - 312.177 verkaufte Fahrzeuge
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Auch die dritte Generation ist ein echter Verkaufserfolg. In Deutschland führte das damals noch sehr kantige Modell eher ein Langweiler-Schattendasein, machte aber international Karriere: 2013 wurde ein komplett neu entwickelter Santana speziell für den chinesischen Markt vorgestellt.

Platz 6: VW Lavida - 547.187 verkaufte Fahrzeuge
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Und noch eine Limousine, wobei diese untere Mittelklasse sogar in China entwickelt wurde. Den hierzulande unbekannten Lavida bietet VW seit zwei Jahren auf dem größten Wachstumsmarkt an. Mit Erfolg.

Platz 5: VW Tiguan - 548.687 verkaufte Fahrzeuge
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Vom globalen Boom der mehr oder weniger kompakten City-Geländewagen oder SUV profitiert natürlich auch der aktuell größte Autohersteller der Welt. 53 Prozent der Tiguan-Auslieferungen rollen auf den asiatisch-pazifischen Markt, gefolgt von Europa mit 31,6 Prozent.

Platz 4: VW Passat/Magotan - 711.878 verkaufte Fahrzeuge
7 von 10

Platz, Qualität und High-Tech überzeugen viele Käufer. Die geräumige untere Mittelklasse ist in Deutschland vor allem als Kombi für Dienstwagen-Fuhrparks gefragt, der Rest der Welt findet die Limousine interessanter. Den Absatz des Bestsellers, den es schon seit mehr als 40 Jahren gibt, hält VW im Vergleich zum Vorjahr in etwa stabil.

VW hatte zugegeben, fast 600 000 Dieselautos in den USA mit einer Software so manipuliert zu haben, dass sie einen Abgastest erkennen und den Motor so regeln, dass sie Schadstoffnormen erfüllen. Da das auf Kosten der Leistung ging, wurden die Abgaskontrollen im Alltagsbetrieb von derselben Software abgeschaltet.

Mit dem Milliardenvergleich mit dem Justizministerium sind für VW in dem im September 2015 aufgeflogenen Betrugsskandal noch nicht alle Kosten vom Tisch. Zivilklägern zahlt der Konzern 1,5 Milliarden Dollar und weitere elf Milliarden Dollar, um Autos zurückzukaufen oder anderen Schadenersatz zu leisten. Insgesamt hat der Skandal VW bereits 21 Milliarden Dollar gekostet.

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