Dieselskandal Schon wieder Razzia bei Audi – Ex-Vorstände im Visier

Im Audi-Dieselskandal hat die Staatsanwaltschaft erneut Wohnungen und Büros durchsucht. Die Aktion kommt zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt.
Update: 22.02.2018 - 11:29 Uhr 9 Kommentare
Audi: Weitere Razzia bei VW-Tochter im Dieselskandal Quelle: Reuters
Audi

Die Staatsanwaltschaft hat im Dieselskandal erneut Wohnungen und Büros durchsucht.

(Foto: Reuters)

MünchenDer Dieselskandal bei der VW-Tochter Audi erreicht erstmals auch die Vorstandsebene. Zum vierten Mal innerhalb eines Jahres rückte am Donnerstag die Staatsanwaltschaft München zur Razzia aus. Betroffen waren dieses Mal auch zwei ehemalige Vorstände des Ingolstädter Herstellers.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München sagte, die Zahl der Beschuldigten habe sich von 14 auf 17 erhöht. Aktuelle Mitglieder des Audi-Vorstands seien nach wie vor nicht darunter. Nach Handelsblatt-Informationen war unter anderem der frühere Audi-Vorstand Ulrich Hackenberg betroffen.

Die Ermittler durchsuchten die Privatwohnungen und in einem Fall auch den Arbeitsplatz von drei weiteren Beschuldigten. Sie stehen im Verdacht, dass sie mitverantwortlich dafür waren, einen wesentlichen Teil der Dieselfahrzeuge mit Schummelsoftware auf den Markt gebracht zu haben.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München sagte, die Beschuldigten würden wegen Sachverhalten sowohl in den USA als auch in Europa verdächtigt. Der Arbeitsplatz, an dem durchsucht wurde, befindet sich den Angaben zufolge nicht bei Audi, weil der betreffende Beschuldigte nicht mehr für das Unternehmen arbeite. Von Audi war zunächst keine Stellungnahme zu erreichen. Konzernmutter VW wollte sich nicht äußern.

Im September 2015 musste der Autobauer einräumen, die Abgaswerte von Dieselfahrzeugen mittels einer Software manipuliert zu haben, die zwischen Test- und Realbetrieb der Fahrzeuge unterscheiden konnte. Das Prinzip: Auf dem Prüfstand fuhren die Autos so sauber wie vorgeschrieben, auf der Straße stießen sie dagegen weit mehr giftiges Stickoxid aus als erlaubt.

Schnell griff der Skandal auch auf die VW-Tochter Audi über, die im Konzern für die Entwicklung und den Bau der Drei-Liter-Dieselmotoren verantwortlich war. Während bei VW die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt, kümmert sich die Staatsanwaltschaft München II um Audi.

Die Staatsanwaltschaft war im vergangenen Jahr bereits dreimal im Zusammenhang mit der Abgasaffäre bei Audi zu Razzien ausgerückt, zuletzt vor wenigen Wochen. Die weitere Durchsuchung kommt erneut zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt für das Unternehmen: Der Audi-Aufsichtsrat tagt am Nachmittag in Wolfsburg.

Das Kontrollgremium will Insidern zufolge eigentlich über das vergangene und laufende Geschäftsjahr sprechen und sich auf den neuesten Stand bei der Aufklärung der Dieselaffäre bringen lassen. Die Ablösung von Audi-Chef Rupert Stadler, über die vergangene Woche erneut in Medienberichten spekuliert worden war, stehe nicht auf der Agenda, sagten mit den Sachverhalten vertraute Personen zu Reuters.

Der Vorstandsvorsitzende ist seit Bekanntwerden der Dieselaffäre und Audis Verwicklung darin enorm unter Druck. Ihm wird schleppende Aufarbeitung vorgeworfen

Bereits im März 2017 war es zu einer ersten Razzia in Ingolstadt und anderswo gekommen. Zunächst bezog sich der Verdacht auf den Betrug und strafbare Werbung mit Audi-Fahrzeugen, die auf dem US-Markt verkauft wurden. Dort hat VW den Betrug auch selbst eingeräumt.

VW machte keinen Hehl daraus, dass auch Audi an den Verfehlungen beteiligt war. Betroffen waren damals 80.000 Fahrzeuge. Ursprünglich hatten die Staatsanwälte deshalb vier Audi Mitarbeiter auf der Beschuldigtenliste. Zwei von ihnen wurden in Untersuchungshaft genommen, einer von ihnen sitzt auch aktuell noch in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim.

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9 Kommentare zu "Dieselskandal: Schon wieder Razzia bei Audi – Ex-Vorstände im Visier"

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  • Herr Carlos Santos
    22.02.2018, 14:02 Uhr
    Herr Dr. Wolfgang Strecker
    22.02.2018, 13:41 Uhr
    Ihr kriegt die Autoindustrie schon weg - aber beschwert euch nicht, wenn der Job auch weg ist...!

    ..................

    FALSCH !

    Die Autoindustrie hat sich selber IN GANZ EUROPA VERNICHTET !

    VW & AUDI hat mehr in CHINA IN FABRIKEN INVESTIERT als in Deutschland !

    Jetzt braucht aber CHINA die VW und AUDI ALTE TECHNOLOGIEN NICHT MEHR !!!


    ..............................

    Welcher JOB ist dann WEG ?

    Der von den LEIHARBEITER der von AUDI AG in vergangene Jahren TAGEN VOR WEIHNACHTEN MEHR ALS 700 LEIHARBEITER IN NECKARSULM ENTLASSEN HATTE, oder ist der JOB WEG BEI ALLE STAMM MITARBEITER AB DEM 45 sten LEBENSJAHR DURCH GENEHMIGTEN MOBBING DURCH DIE FÜHRUNGSKRÄFTE ???

    Oder ist der JOB WEG WEIL NIEMANDEN MEHR VERTRAUEN SCHENKT IN " MADE IN GERMANY " ???

    Von welchem JOB sprechen wir und von wem als JOB NEHMER ?

    Auch ein Vorstand ist ein JOB NEHMER, nur daß diese es nicht so Treu ansehen !!!

  • Herr Dr. Wolfgang Strecker
    22.02.2018, 13:41 Uhr
    Ihr kriegt die Autoindustrie schon weg - aber beschwert euch nicht, wenn der Job auch weg ist...!

    ..................

    FALSCH !

    Die Autoindustrie hat sich selber IN GANZ EUROPA VERNICHTET !

    VW & AUDI hat mehr in CHINA IN FABRIKEN INVESTIERT als in Deutschland !

    Jetzt braucht aber CHINA die VW und AUDI ALTE TECHNOLOGIEN NICHT MEHR !!!

  • Ihr kriegt die Autoindustrie schon weg - aber beschwert euch nicht, wenn der Job auch weg ist...!

  • Leider hat VW fast 100% der AUDI Aktien und LEIDER HAT PORSCHE MEHR ALS 51% der VW AKTIEN !

    SONST HÄTTE ICH VORGESCHLAGEN ... HORCH WURDE AUCH MAL VERKAUFT ... VERKAUFEN WIR ZU 100% DIE AUDI AG AN TESLA !!!



    &

    LAMBORGHINI AUCH GLEICH MIT AN TESLA VERKAUFEN den die AUDI AG kommt so oder so mit der Mentalität der Italiener nicht zurecht !


  • ABER AUDI AG muß den ELEKTROMOTOR SPORTLICHER VORAN TREIBEN UND ETABLIEREN !!!

    .......................

    Leider hat VW fast 100% der AUDI Aktien und LEIDER HAT PORSCHE MEHR ALS 51% der VW AKTIEN !

    SONST HÄTTE ICH VORGESCHLAGEN ... HORCH WURDE AUCH MAL VERKAUFT ... VERKAUFEN WIR ZU 100% DIE AUDI AG AN TESLA !!!


  • Herr Michael Berger
    22.02.2018, 10:52 Uhr
    Porsche bietet aktuell keine Modelle mit Diesel an, Audi hat für den neuen A8 nur für einen 1,6Liter-Diesel eine Zulassung ...

    .................

    Porsche ist mir egal könnte auch eingestampft werden.

    ABER AUDI AG muß den ELEKTROMOTOR SPORTLICHER VORAN TREIBEN UND ETABLIEREN !!!

  • DIESELSKANDAL
    Razzia bei Audi – Ex-Vorstände im Visier
    Im Audi-Dieselskandal hat die Staatsanwaltschaft erneut Wohnungen und Büros durchsucht. Die Aktion kommt zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt.

    .......................

    jetzt ist eingetroffen vor was diese AUDI AG schon immer Ängste hatte um nicht Kunden zu verlieren.

    Negativ in den Medien stehen.

    NUR DASS ES WEGEN DEN CHEFS GESCHIEHT UND NICHT WEGEN DEM ARBEITENDEN PERSONAL !!!!!

  • Porsche bietet aktuell keine Modelle mit Diesel an, Audi hat für den neuen A8 nur für einen 1,6Liter-Diesel eine Zulassung ...

  • Frechheit siegt?

    Wo?

    In den USA oder in D oder in E?

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