Dieselskandal

VW verliert Marktanteile in Europa

Volkswagen bekommt den Ärger der Kunden über den Abgasskandal immer deutlicher zu spüren. Zwar sinkt der Absatz des Herstellers nur leicht. Doch die Konkurrenz zieht auf dem europäischen Markt davon.
Update: 17.11.2015 - 09:18 Uhr
Der Autobauer büßt in Europa Marktanteile ein. Quelle: Reuters
VW-Autos am Werk Wolfsburg

Der Autobauer büßt in Europa Marktanteile ein.

(Foto: Reuters)

FrankfurtVolkswagen hat im Oktober, dem ersten vollen Monat nach Bekanntwerden des Dieselskandals, in Europa Marktanteile verloren. 25,2 Prozent aller neu zugelassenen Autos kamen von VW, wie der Herstellerverband Acea am Dienstag mitteilte. Im September waren es noch 26,1 Prozent.

VW hielt den Absatz in der Europäischen Union mit einem Minus von 0,5 Prozent zwar weitgehend stabil. Andere Hersteller wie Daimler, BMW oder auch Fiat konnten aber deutlich zulegen. „Der wichtigste Faktor dieser Abbremsung sind offensichtlich die Auswirkungen des Abgasskandals“, schrieben die Barclays-Analysten Kristina Church und Charles Coldicott bereits am 12. November.

Die Verkäufe der einzelnen VW-Marken entwickelten sich dabei sehr unterschiedlich. Bei den Autos der Marke Volkswagen gingen die Verkäufe im Oktober nur leicht um 0,2 Prozent zurück, bei Skoda um 2,6 Prozent und bei Seat um mehr als elf Prozent. Audi und Porsche dagegen verzeichneten Zuwächse, Porsche um knapp 14 Prozent.

Der Autoabsatz in Europa stieg insgesamt im Oktober an. Allerdings verlangsamte sich das Tempo etwas. Die Neuzulassungen in der EU stiegen um 2,9 Prozent auf 1,1 Millionen Fahrzeuge. In den ersten zehn Monaten rollten 11,5 Millionen Wagen neu auf Europas Straßen – ein Plus von 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die lange Liste der Offenbarung
Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Für manche Nicht-Auto-Experten war es ja überraschend, dass Porsche überhaupt Diesel verkauft. Doch zumindest dieses Modell wird nach den neuesten Vorwürfen in der Abgas-Affäre nun in den USA nicht mehr verkauft. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte ein Sprecher am 4. November 2015.

Wie die Konzernmutter VW hat Porsche die kürzlich von der US-Umweltbehörde EPA genannten Manipulationen auch größerer Diesel-Aggregate bislang nicht eingeräumt. Noch werden die Vorwürfe geprüft, wobei man mit der EPA kooperiert.

Porsche hat seit dem Jahresbeginn in den USA gut 12.000 Cayennes ausgeliefert, rund 3.000 davon hatten einen Dieselmotor. Die beanstandeten Motoren kommen von Audi.

Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Von den Ermittlungen der US-Umweltbehörde EPA sind rund 3.000 Dieselfahrzeuge des Sportwagenbauers Porsche betroffen, dies hat die VW-Tochter bestätigt. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Diesel-Cayennes, die von Januar bis September in den USA ausgeliefert wurden. Das ist knapp ein Viertel aller 2015 in den Vereinigten Staaten an die Kunden übergebenen Cayennes.

Bisher sagte Porsche auf Fragen zu etwaigen Verwicklungen in den Abgasskandal, man habe damit nichts zu tun, auch weil es nur um Vierzylinder-Motoren gehe - so kleine Motoren habe man aber gar nicht im Sortiment.

Unter Verdacht: Ältere 3-Liter-Diesel
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Die US-Umweltschutzbehörde EPA teilte am 20. November mit, Vertreter von VW und Audi hätten erklärt, dass alle in den USA verkauften Autos mit Drei-Liter-Dieselmotoren der Modelljahre 2009 bis 2016 mit einer nicht zugelassenen Software-Funktion zur Abgaskontrolle ausgerüstet seien.

Bis zu diesem Zeitpunkt war nur von rund 10.000 Fahrzeugen der Modelljahre 2014 bis 2016 die Rede gewesen. Nach Angaben der EPA geht es nun um rund 75.000 zusätzliche Fahrzeuge aus den Jahren davor, also insgesamt 85.000 Autos.

Von den neuen Vorwürfen betroffen sind die Audi-Modelle A6, A7, Q5 und Q7 mit dem 3,0-Liter-TDI-Motor der Modelljahrgänge 2009 bis heute.

Angeblich betroffen: Volkswagen Touareg, 3.0 L Diesel V6
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. Die Motoren werden im VW Touareg (Modelljahrgang 2014) und Porsche Cayenne (Modelljahrgang 2015) sowie in größeren Audi-Modellen des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Angeblich betroffen: Audi A8 und A8 Langversion
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Nach Porsche stoppten per Mitteilung vom 4. November auch Audi und Volkswagen den Verkauf von V6-TDI-Dieseln in den USA. Betroffen sind unter anderem die Audi-Modelle A6, A7 und A8 sowie die Geländewagen Q5 und Q7 mit TDI-Motor. Bei Volkswagen ist der VW-Touareg betroffen.

Die Marken reagieren damit auf den Vorwurf, auch bei dem großen Dieselmotor die Abgaswerte manipuliert zu haben. Der VW-Konzern bestreitet den Vorwurf, da es sich um ein gängiges und legales System zur Abgasregulierung handele, das der Konzern bei der Zulassung in den USA aber nicht angegeben habe.

Angeblich betroffen: Audi Q5
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Betroffen: Audi A6 quattro
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Die Autoverkäufe in Europa haben seit 26 Monaten immer nur zugelegt, wie der Verband betonte. Nach Wachstumsraten von 9,5 Prozent im Juli, 11,2 Prozent im August und 9,8 Prozent im September schrumpfte der Zuwachs im Oktober nun auf 2,9 Prozent. In allen großen Märkten – Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien – seien mehr Autos neu zugelassen worden als vor einem Jahr.

VW hatte im September zugegeben, dass in etwa elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Software eingesetzt wurde, die den Ausstoß von Stickoxiden im Testbetrieb als zu niedrig auswies. Anfang November gestand das Wolfsburger Unternehmen zudem ein, dass bei vermutlich rund 800.000 seiner Autos der tatsächliche Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2 höher ist als angegeben.

  • Bloomberg
  • rtr
  • afp
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