Dieselskandal
VW verliert Marktanteile in Europa

Volkswagen bekommt den Ärger der Kunden über den Abgasskandal immer deutlicher zu spüren. Zwar sinkt der Absatz des Herstellers nur leicht. Doch die Konkurrenz zieht auf dem europäischen Markt davon.

FrankfurtVolkswagen hat im Oktober, dem ersten vollen Monat nach Bekanntwerden des Dieselskandals, in Europa Marktanteile verloren. 25,2 Prozent aller neu zugelassenen Autos kamen von VW, wie der Herstellerverband Acea am Dienstag mitteilte. Im September waren es noch 26,1 Prozent.

VW hielt den Absatz in der Europäischen Union mit einem Minus von 0,5 Prozent zwar weitgehend stabil. Andere Hersteller wie Daimler, BMW oder auch Fiat konnten aber deutlich zulegen. „Der wichtigste Faktor dieser Abbremsung sind offensichtlich die Auswirkungen des Abgasskandals“, schrieben die Barclays-Analysten Kristina Church und Charles Coldicott bereits am 12. November.

Die Verkäufe der einzelnen VW-Marken entwickelten sich dabei sehr unterschiedlich. Bei den Autos der Marke Volkswagen gingen die Verkäufe im Oktober nur leicht um 0,2 Prozent zurück, bei Skoda um 2,6 Prozent und bei Seat um mehr als elf Prozent. Audi und Porsche dagegen verzeichneten Zuwächse, Porsche um knapp 14 Prozent.

Der Autoabsatz in Europa stieg insgesamt im Oktober an. Allerdings verlangsamte sich das Tempo etwas. Die Neuzulassungen in der EU stiegen um 2,9 Prozent auf 1,1 Millionen Fahrzeuge. In den ersten zehn Monaten rollten 11,5 Millionen Wagen neu auf Europas Straßen – ein Plus von 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Autoverkäufe in Europa haben seit 26 Monaten immer nur zugelegt, wie der Verband betonte. Nach Wachstumsraten von 9,5 Prozent im Juli, 11,2 Prozent im August und 9,8 Prozent im September schrumpfte der Zuwachs im Oktober nun auf 2,9 Prozent. In allen großen Märkten – Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien – seien mehr Autos neu zugelassen worden als vor einem Jahr.

VW hatte im September zugegeben, dass in etwa elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Software eingesetzt wurde, die den Ausstoß von Stickoxiden im Testbetrieb als zu niedrig auswies. Anfang November gestand das Wolfsburger Unternehmen zudem ein, dass bei vermutlich rund 800.000 seiner Autos der tatsächliche Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2 höher ist als angegeben.

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