Diess zum Dieselgate

VW-Markenchef rechnet mit schneller Einigung im Abgasskandal

Bis zum 24. März hat VW nach einem Richterentscheid Zeit, sich mit den US-Behörden auf eine Reparatur der manipulierten Diesel-Fahrzeuge zu einigen. Doch Markenchef Herbert Diess sagt: Die Einigung werde Monate dauern.
Update: 05.03.2016 - 15:16 Uhr
Das Rekordwachstum in China habe Probleme der VW-Kernmarke verdeckt, fürchtet Pkw-Chef Herbert Diess. Quelle: dpa
Golf und Passat

Das Rekordwachstum in China habe Probleme der VW-Kernmarke verdeckt, fürchtet Pkw-Chef Herbert Diess.

(Foto: dpa)

WolfsburgIm VW-Abgasskandal könnte eine Einigung mit den US-Behörden nach Einschätzung aus dem Management des Autobauers eher Monate als Wochen dauern. „Ich bin der Meinung, dass wir gute Chancen haben, in den nächsten Monaten eine Übereinkunft mit den Behörden in den USA zu erzielen“, sagte VW-Markenchef Herbert Diess der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ vom Samstag. US-Bezirksrichter Charles Breyer hatte VW und der amerikanischen Umweltbehörde EPA eine Frist bis zum 24. März gesetzt. Bis dann müssen sie mitteilen, ob sie sich auf einen Weg zur Reparatur der manipulierten Dieselautos geeinigt haben. VW-Chef Matthias Müller sprach dagegen nicht von einer Frist, sondern von einem Gesprächstermin.

Volkswagen hatte zugegeben, millionenfach Stickoxid-Werte mit einer illegalen Software geschönt zu haben. In den USA sind rund 600.000 Fahrzeuge betroffen. Europas größtem Autobauer drohen hohe Schadenersatzzahlungen und Strafen. VW-Markenchef Diess bekräftigte in der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ Forderungen nach weiteren Einsparungen bei der größten Konzernsparte, nachdem Seat, Skoda, Audi und Porsche Erfolge eingefahren hätten. „Die Marke Volkswagen muss dagegen noch einiges tun, um in den nächsten Jahren profitabler zu werden“, betonte Diess. „Wir werden keine zweite Chance bekommen.“

Das Rekordwachstum von VW-Pkw in China habe die Probleme überstrahlt. „Die Marke Volkswagen muss sich bewegen, um sich zukunftsfähig aufzustellen“, so der Manager.

Zur Jobsicherheit für die Stammbelegschaft meinte Diess, dass es in Zeiten des Diesel-Skandals zunächst darum gehe, verlorenes Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen und damit eine Trendwende zu ermöglichen. „Darüber hinaus müssen wir unsere Kosten in den Griff bekommen.“ Der Sparkurs helfe am Ende eben auch beim Thema Stellensicherheit: „Wir werden über profitables Wachstum unsere Stammarbeitsplätze sichern.“

Es wird damit gerechnet, dass Diess seine Pläne zur Effizienzsteigerung am Dienstag bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg vor Tausenden Mitarbeitern erläutert. Auch Konzernchef Müller, der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil werden sprechen.

Die lange Liste der Offenbarung
Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Für manche Nicht-Auto-Experten war es ja überraschend, dass Porsche überhaupt Diesel verkauft. Doch zumindest dieses Modell wird nach den neuesten Vorwürfen in der Abgas-Affäre nun in den USA nicht mehr verkauft. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte ein Sprecher am 4. November 2015.

Wie die Konzernmutter VW hat Porsche die kürzlich von der US-Umweltbehörde EPA genannten Manipulationen auch größerer Diesel-Aggregate bislang nicht eingeräumt. Noch werden die Vorwürfe geprüft, wobei man mit der EPA kooperiert.

Porsche hat seit dem Jahresbeginn in den USA gut 12.000 Cayennes ausgeliefert, rund 3.000 davon hatten einen Dieselmotor. Die beanstandeten Motoren kommen von Audi.

Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Von den Ermittlungen der US-Umweltbehörde EPA sind rund 3.000 Dieselfahrzeuge des Sportwagenbauers Porsche betroffen, dies hat die VW-Tochter bestätigt. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Diesel-Cayennes, die von Januar bis September in den USA ausgeliefert wurden. Das ist knapp ein Viertel aller 2015 in den Vereinigten Staaten an die Kunden übergebenen Cayennes.

Bisher sagte Porsche auf Fragen zu etwaigen Verwicklungen in den Abgasskandal, man habe damit nichts zu tun, auch weil es nur um Vierzylinder-Motoren gehe - so kleine Motoren habe man aber gar nicht im Sortiment.

Unter Verdacht: Ältere 3-Liter-Diesel
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Die US-Umweltschutzbehörde EPA teilte am 20. November mit, Vertreter von VW und Audi hätten erklärt, dass alle in den USA verkauften Autos mit Drei-Liter-Dieselmotoren der Modelljahre 2009 bis 2016 mit einer nicht zugelassenen Software-Funktion zur Abgaskontrolle ausgerüstet seien.

Bis zu diesem Zeitpunkt war nur von rund 10.000 Fahrzeugen der Modelljahre 2014 bis 2016 die Rede gewesen. Nach Angaben der EPA geht es nun um rund 75.000 zusätzliche Fahrzeuge aus den Jahren davor, also insgesamt 85.000 Autos.

Von den neuen Vorwürfen betroffen sind die Audi-Modelle A6, A7, Q5 und Q7 mit dem 3,0-Liter-TDI-Motor der Modelljahrgänge 2009 bis heute.

Angeblich betroffen: Volkswagen Touareg, 3.0 L Diesel V6
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. Die Motoren werden im VW Touareg (Modelljahrgang 2014) und Porsche Cayenne (Modelljahrgang 2015) sowie in größeren Audi-Modellen des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Angeblich betroffen: Audi A8 und A8 Langversion
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Nach Porsche stoppten per Mitteilung vom 4. November auch Audi und Volkswagen den Verkauf von V6-TDI-Dieseln in den USA. Betroffen sind unter anderem die Audi-Modelle A6, A7 und A8 sowie die Geländewagen Q5 und Q7 mit TDI-Motor. Bei Volkswagen ist der VW-Touareg betroffen.

Die Marken reagieren damit auf den Vorwurf, auch bei dem großen Dieselmotor die Abgaswerte manipuliert zu haben. Der VW-Konzern bestreitet den Vorwurf, da es sich um ein gängiges und legales System zur Abgasregulierung handele, das der Konzern bei der Zulassung in den USA aber nicht angegeben habe.

Angeblich betroffen: Audi Q5
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Betroffen: Audi A6 quattro
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

  • dpa
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