Dieter Zetsche ist in Amerika gut angekommen, jetzt wird er zurückgerufen
Solo für „Setschi“ bei Chrysler

Dieter Zetsche hat als Chef von Chrysler den US-Autobauer vor dem Ruin bewahrt. Seine Eigenschaften sind in der Stuttgarter Konzernzentrale nötiger denn je.

DÜSSELDORF. Er spielt Gitarre, liebt Truckrennen und ist ein Freund deftiger Küche. Gibt die Firma eine Party, zapft er das Bier schon einmal selbst. Und wenn Dieter Zetsche Hunger hat, dann stellt er sich mit den Angestellten in der Konzernkantine in die Schlange. Solche Typen finden in Amerika schnell Freunde. „Dieter Zetsche“, gesprochen Setschi, urteilt Nate Gooden, Vizechef der mächtigen Automobilgewerkschaft UAW, „macht einfach einen höllisch guten Job.“ Ein beachtliches Kompliment: Schließlich hat Zetsche als Chef von Chrysler in den vergangenen fünf Jahren mehr als 30 000 Arbeitsplätze bei dem drittgrößten amerikanischen Autohersteller gestrichen.

Der Mann mit dem Walrossbart und mit den blinzelnden blauen Augen hat in Amerikas Autoindustrie Kultstatus. Wo er hinkommt, wird er gefeiert. Schließlich hat er geschafft, was vor fünf Jahren niemand für möglich gehalten hat. Der einstige Sanierungsfall Chrysler schreibt heute satte Gewinne. Und während die großen Konkurrenten Ford und General Motors immer tiefer in die Krise fahren, rollt aus den Chrysler-Fabriken ein Bestseller nach dem anderen. Das sind Geschichten, die Amerika liebt. Chrysler ist auferstanden aus Ruinen, und der Erfolg ist untrennbar mit dem Namen Zetsche verbunden.

Zetsche ist der Kosmopolit im Daimler-Konzern. Geboren in Istanbul, tritt er mit 23 Jahren nach dem Studium der Elektrotechnik bei Mercedes-Benz in die Entwicklungsabteilung ein. Dort erkennt man seine Fähigkeiten schnell. Zetsche geht nach Brasilien, wo er ab 1987 das LKW-Geschäft verantwortet. Schon bald wird er Chef von Mercedes-Benz in Argentinien, bevor er Anfang der 90er-Jahre die US-LKW-Sparte Freightliner übernimmt.

Das Geschäft mit Freightliner ist ein Sanierungsfall. Die Produktivität ist lausig, die Qualität schlecht. Zetsche ist keiner, der um den heißen Brei herumredet. Er lässt einen neuen Truck auf die Rüttelbühne fahren, da lösen sich die ersten Schrauben. „Jungs, so geht das nicht“, gibt er seinen Entwicklern trocken mit auf den Weg. Schon wenig später sitzen die Schrauben an den Freightliner-Trucks fest. Nach ein paar Jahren schließt die Daimler-Tochter zu den Marktführern in den USA auf .

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