Differenziertes Bild
Baubranche trotz Konjunkturhilfe mit weniger Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe steckt trotz erster Impulse aus den staatlichen Konjunkturspritzen immer noch in der Krise. Dennoch zeichnet sich das Bild der Branche uneinheitlich. Während Wohnungs- und Wirtschaftsbau starke Rückgänge verzeichnen, legten der öffentliche und insbesondere der Straßenbau allmählich zu. Zudem gibt es große Unterschiede zwischen den Unternehmen.

DÜSSELDORF. Die deutsche Baubranche schwächelt: Laut Statistischem Bundesamt lagen die Auftragseingänge im ersten Halbjahr um Inflationseffekte bereinigt 11,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Allerdings verlangsamte sich der Abschwung zuletzt: Im Juni lagen die Auftragseingänge nur noch um sieben Prozent unter dem Vorjahresmonat.

Das Bild in der Branche ist aber differenziert. Bei öffentlichen Bauvorhaben zeigten die Konjunkturprogramme der Bundesregierung Wirkung, sagte ein Sprecher des Bauverbands HDB. Dies reiche aber nicht aus, die weiterhin negative Entwicklung im Wohnungsbau und Wirtschaftsbau auszugleichen. Positiv zu Buche schlug der Straßenbau, der im ersten Halbjahr ein Auftragsplus von 7,7 Prozent verbuchte. Volle Wirkung dürften die Konjunkturprogramme erst im zweiten Halbjahr entfalten. Beim Wirtschafts- und Wohnungsbau zeichne sich aber vorerst keine Belebung ab.

Zudem gibt es große Unterschiede von Unternehmen zu Unternehmen. Als Faustregel gilt: Eine breite Aufstellung macht krisenfester. "Keine Zuwächse bei Auftragseingang und Gesamtleistung" in diesem Jahr erwartet etwa das Bielefelder Familienunternehmen Goldbeck, das seinen Schwerpunkt im Bau von schlüsselfertigen Gewerbeimmobilien hat sowie Standbeine im Projektgeschäft und Bau von Solaranlagen. Zwar konnten im Vorjahr Leistung und Ergebnis "zum wiederholten Male" gesteigert werden. Doch könne sich auch Goldbeck der Krise nicht vollständig entziehen. Die gute Vermögens- und Finanzlage trage aber zur Unabhängigkeit und der Absicherung der Zukunft bei.

Im Geschäftsjahr 2008/09 (bis 31.3.) steigerte Goldbeck die Leistung um 27 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Der Auftragseingang erreichte mit 1,25 Mrd. Euro knapp das Vorjahresniveau. Die Zahl der Mitarbeiter stieg in der Gruppe um rund 250 auf 2 400, davon rund ein Fünftel im Ausland. In diesem Jahr peilt Goldbeck einen Auftragseingang von mehr als einer Mrd. Euro an. Im ersten Quartal lag er bei gut 300 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Auftragseingang damit allerdings halbiert. Zur Ergebnisentwicklung macht Goldbeck keine Angaben.

Anders der Bau- und Maschinenbaukonzern Bauer aus München, der im MDax notiert ist. Im ersten Halbjahr brach das operative Ergebnis (Ebit) um knapp 30 Prozent auf rund 45 Mio. Euro ein. Die Gesamtkonzernleistung von 681 Mio. Euro lag mit 5,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Als Hauptursache für den Ergebnisrückgang nannte der Konzern die Wirtschaftskrise, die sich aber vor allem im Segment Maschinenbau niedergeschlagen habe. Der von den weltweiten Konjunkturprogrammen profitierende Spezialtiefbau konnte trotz Umsatzeinbußen dagegen das Ergebnis leicht steigern. Für das Gesamtjahr hat Bauer die Prognose nach unten revidiert. Erwartet wird nun bei einer Leistung von 1,3 Mrd. Euro ein Ergebnis nach Steuern von rund 36 Mio. Euro.

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