DIHK-Experte
Deutsche Industrie leidet unter Atomstreit mit dem Iran

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht die deutsch-iranischen Handelsbeziehungen durch den Atomstreit mit dem Iran schon jetzt erheblich gestört.

HB BERLIN. 2006 dürften die deutschen Exporte in den Iran nach dem Rekordjahr 2005 einbrechen, sagte der Nahost-Experte des DIHK, Jochen Clausnitzer, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe). In 2005 hatte die deutsche Industrie Waren für mehr als 4 Mrd. Euro geliefert. Der Streit um das Atomprogramm und drohende UN-Sanktionen hätten nicht nur bei deutschen Exportfirmen die Investitionsbereitschaft deutlich gedämpft, sagte Clausnitzer dem Blatt.

Auch an anderer Stelle bemerkt der Nahost-Experte Veränderungen: „In den vergangenen Wochen hat sich der Trend verstärkt, dass iranisches Kapital ins Ausland verbracht wird.“ Banken hätten darüber hinaus ihre Risikobewertung für den Iran verschärft. Präsident Mahmud Ahmadinedschad habe zudem seit seinem Amtsantritt alle Schlüsselpositionen im Finanzsektor mit eigenen Leuten besetzt. „Jetzt fehlen Ansprech- und Verhandlungspartner“, sagte Clausnitzer.

Clausnitzer warnte aber vor einem Wirtschaftsembargo. Dies würde lediglich die Zivilbevölkerung treffen und sei kontraproduktiv und nutzlos.

Am Montag entscheidet der Gouverneursrat der UN-Atomenergiebehörde IAEA, ob der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in den Konflikt eingreifen soll. Dieser könnte Sanktionen gegen den Iran verhängen. Die USA und die Europäische Union werfen dem Land vor, unter dem Deckmantel einer friedlichen Nutzung nach Atomwaffen zu streben. Verhandlungen mit dem Iran über einen Verzicht auf Urananreicherung auf iranischem Boden sind bislang ohne Durchbruch geblieben.

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