DIHK
Wirtschaft warnt vor schärferen Schutzvorschriften für Praktikanten

Der Präsident des DIHK, Ludwig Georg Braun, hat die Bundesregierung aufgefordert ihre Pläne für schärfere Schutzvorschriften zu Gunsten von Praktikanten fallen zu lassen.

BERLIN. "Die jetzt diskutierten Regelungen gefährdeten jährlich mindestens 100 000 Praktikantenstellen", sagte Braun dem Handelsblatt. Das könne weder im Interesse der Politik noch der Unternehmen sein Am härtesten würden Schüler, Studenten und Hochschulabsolventen getroffen, ihnen bräche womöglich eine wichtige Brücke ins Berufsleben weg.

Braun stützt sich auf eine Umfrage des DIHK unter mehr als tausend Unternehmen. Danach schreckt die Betriebe besonders ab, dass sie nach den Plänen von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) in Zukunft im Konfliktfall vor Gericht beweisen müssten, Praktikanten nicht unzulässig als Arbeitskraft eingesetzt zu haben. Heute liegt die Beweislast dafür bei den Praktikanten. Außerdem sollen Praktikanten einen Ausgleich für zu geringe oder nicht gezahlte Vergütung in Zukunft auch Jahre nach der Praktikumstätigkeit einklagen können. 54 bzw. 45 Prozent der Unternehmen würden keine Praktikanten mehr nehmen, sollte einer dieser Pläne umgesetzt werden.

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