Direktgeschäft
Pharmagroßhandel hofft auf bessere Margen

Der Pharmagroßhandel in Deutschland erwartet künftig mehr Wachstum und eine Verbesserung der Vorsteuermargen. Ein Grund hierfür ist der seit August gesetzlich festgeschriebene Belieferungsanspruch durch die Pharmahersteller.

FRANKFURT. Wie hoch der Zuwachs in diesem Jahr ausfallen könnte, sei derzeit noch nicht zu beantworten, da die Belieferung der Pharmafirmen mit Medikamenten aus ihren Direktgeschäft erst anlaufe, sagte Thomas Trümper, der Vorsitzende des Branchenverbandes Phagro, dem Handelsblatt am Rande der Pharmamesse Expopharm in Düsseldorf. Der Pharmagroßhandel in Deutschland ist im vergangenen Jahr um drei Prozent auf rund 23 Mrd. Euro gewachsen, die Vorsteuermargen vieler Anbieter liegen allerdings unter der Marke von einem Prozent.

Ein Grund dafür ist das Direktgeschäft der Pharmahersteller mit den Apotheken, das mittlerweile laut Marktforschungsinstitut IMS mehr als 17 Prozent des Großhandelsumsatzes erreicht. Den Pharmahändlern entgehen dadurch insbesondere bei hochpreisigen Produkte attraktive Margen, mit denen sie die oft nicht kostendeckende Logistik für billige Medikamente quersubventionieren.

Seit August nun darf die Pharmaindustrie, wenn sie Apotheken direkt mit ihren Medikamenten beliefern will, den Pharmagroßhandel nicht mehr umgehen, sondern muss ihn ebenfalls mit den Medikamenten aus dem Direktgeschäft bedienen. Das sieht die 15. Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG) vor.

"Wir werden erst nach und nach sehen, wie viel zusätzliche Umsätze wir aus dem Direktgeschäft generieren können. Die Hersteller sind ja nicht verpflichtet, ausschließlich über den Pharmagroßhandel zu liefern, sondern müssen ihn auch bedienen", sagt Hanns-Heinrich Kehr Kehr, Geschäftsführer der Kooperation Pharma Privat, in der die verbliebenen zehn unabhängigen regionalen Großhändler in Deutschland zusammengeschlossen sind.

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