Diskussion um Abspaltung
Siemens stellt Weichen für VDO

Der Elektronikkonzern Siemens will noch im Laufe dieses Monats eine Richtungsentscheidung über die Trennung von seiner Automobilsparte Siemens VDO fällen. Der Aufsichtsrat berät über Wege der Abspaltung des Autozulieferers. Die Gewerkschaft IG-Metall befürchtet einen drastischen Stellenabbau.

MÜNCHEN / FRANKFURT. Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen sollen auf einer Sitzung des Siemens-Kontrollgremiums am 25. April neben einer Vertragsverlängerung von Siemens-Chef Klaus Kleinfeld auch über den bevorzugten Weg für einen Ausgliederung der Automobilsparte Siemens VDO beraten werden. Siemens präferiert einen Börsengang des profitablen Geschäftsfeldes. Im Gespräch ist aber auch der Verkauf an den Hannoveraner Zulieferer Continental oder an Finanzinvestoren, hieß es.

Der Siemens-Aufsichtsrat hatte Ende Januar entschieden, VDO als nicht zum Kernbereich zählende Sparte wieder aus der Siemens AG auszugliedern und einen Börsengang vorzubereiten. Aber auch Continental bleibt im Spiel. Es habe inzwischen mehrere Treffen zwischen Conti-Chef Manfred Wennemer und dem Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld gegeben, hieß es. Neben Conti sollen auch Finanzinvestoren mit einem Gebot liebäugeln.

Doch die seit März laufenden Gespräche mit den Arbeitnehmern über die Ausgliederung stocken. „Für alle der diskutierten Möglichkeiten fürchten wir einen drastischen Abbau von Arbeitsplätzen“, sagte ein IG-Metallsprecher in München dem Handelsblatt. Arbeitnehmerkreisen zu Folge könnten bis zu 4 000 Stellen in Deutschland gestrichen werden. Die Werke in Stolberg bei Chemnitz und Karben bei Frankfurt könnten geschlossen, das Werk in Würzburg verkauft werden.

Eine Siemens-Sprecherin weist das zurück. „Es gibt keine konkreten Pläne für Werksschließungen“. Es gehe aber um die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte. Unternehmenskreisen zufolge soll die Produktivität in den Werken pro Jahr um fünf Prozent gesteigert werden.

Siemens VDO, 2001 mit der Automobilsparte der zerschlagenen Mannesmann AG zusammengeführt, ist mit 53 000 Beschäftigten ein führender Zulieferer für Automobil-Elektronik. Die Sparte produziert Tachometer, Motorsteuerungen und Einspritzsysteme. Im vergangenen Jahr erzielte der Bereich einen Umsatz von zehn Milliarden Euro. Analysten schätzen den Marktwert auf sechs bis acht Milliarden Euro. Käme VDO tatsächlich an die Börse, wäre das wohl der größte Debütant des Jahres 2007.

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