Diskussion um Daimler-Chef voll entbrannt
Schrempp steht mit dem Rücken zur Wand

Der Aufsichtsrat berät Ende der Woche über die Zukunft des Daimler-Chrysler-Chefs.

bas/hz/ina/je FRANKFURT/M. Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp muss nach einem radikalen Kurswechsel des Konzerns beim japanischen Partner Mitsubishi Motors (MMC) um seinen Job bangen. Der Daimler-Chrysler-Aufsichtsrat wolle bereits in dieser Woche über die Zukunft des Vorstandschefs beraten, hieß es in Konzernkreisen. Außerdem werde es um die künftige Strategie nach dem Rückzug aus Japan gehen.

Daimler-Chrysler hatte in der Nacht zum Freitag überraschend angekündigt, dem angeschlagenen japanischen Partner Mitsubishi Motors keine weitere Finanzhilfe zu gewähren. Die Entscheidung wird als Niederlage Schrempps gewertet. Der Vorstandschef hat nach Informationen des Handelsblatts aus Konzernkreisen lange versucht, an Mitsubishi festzuhalten, scheiterte jedoch an unerwartet heftigem Widerstand in Vorstand und Aufsichtsrat. Schrempp habe schließlich die Flucht nach vorn angetreten und den Ausstiegsplan vorgeschlagen. Der Konzernchef habe vor dem Aufsichtsrat auch das Wort Rücktritt benutzt, hieß es.

Konzernbeobachter sagten, Schrempps Position habe Schaden genommen. Als Zeichen der Schwäche wurde gewertet, dass er es allein dem scheidenden Finanzchef Manfred Gentz überlassen habe, die brisante Entscheidung zu erläutern. Auf die Frage, warum Schrempp sich nicht den Analysten und Journalisten stelle, hatte Gentz geantwortet: „Er steht heute nicht zur Verfügung.“ Gentz wollte sich zu möglichen personellen Konsequenzen nicht näher äußern. „Das ist allein Sache des Aufsichtsrats“, sagte er.

Im Unternehmen hieß es, Schrempp sei nach China geflogen, um an einem seit Monaten geplanten Treffen des International Advisory Board des Konzerns teilzunehmen, eines Gremiums, in dem Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft über die Zukunft des Konzerns beraten. Ein Rücktritt stehe dagegen nicht zur Diskussion.

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