Diversifizierung aber kein Thema
ABB-Chef schaltet auf Expansionskurs um

ABB-Chef Jürgen Dormann plant bereits wieder Zukäufe. Parallel zur laufenden Sanierung des Schweizer Elektrokonzerns prüft der Vorstandschef den Ausbau der Kerngeschäftsfelder Energietechnik und Automation.

gil ZÜRICH. „Es muss noch etwas dazukommen“, sagte er dem Handelsblatt. Allerdings will Dormann bei den zwei Kerngeschäftsfeldern bleiben. „Eine Diversifizierung ist nicht das Thema“, sagte der ABB-Chef, der seit knapp einem Jahr bei dem Elektrokonzern sowohl Vorsitzender des Verwaltungsrats als auch des Vorstands ist. Neue Tätigkeiten müssten verknüpft sein mit den Märkten und Technologien, die ABB beherrsche. Auch regional sei der Konzern noch nicht optimal aufgestellt.

Analysten unterstützen Dormanns Expansionspläne. Erhard Schmitt von der Hessischen Landesbank geht davon aus, dass ABB ab dem Jahr 2005 wieder zukaufen kann. Schmitt hat dabei vor allem die Automatisierungstechnik im Blick, wo ABB mit seinen Robotern und Automatisierungsanlagen auf dem Weltmarkt gut vertreten ist. Dieser Markt sei noch nicht stark konzentriert, deshalb könne ABB hier expandieren.

Vorrang für Analysten und für Dormann hat zurzeit allerdings der Abbau des ABB-Schuldenbergs durch die geplanten Verkäufe und die Lösung des Asbestproblems. Hier sieht Dormann den Konzern voll im Zeitplan. Er räumte aber ein, vor neun Monaten sei es tatsächlich um das Überleben des Konzerns gegangen. Bis zum Jahresende sollen die Öl- und Gasaktivitäten verkauft werden. Diese Verkäufe sind davon abhängig, dass der angestrebte Vergleich mit den Asbestopfern in den USA gelingt. Den Verkauf der Gebäudetechnik in Deutschland peilt der ABB-Chef erst für das kommende Jahr an. Die Gebäudetechnik in Skandinavien ist bereits verkauft worden.

Dormann will das Kostensenkungsprogramm Mitte nächsten Jahres abschließen. Es soll eine Entlastung von rund 900 Mill. $ bringen und die Zahl der Beschäftigten unter 100 000 senken. Ende vergangenen Jahres hatte ABB noch fast 140 000 Mitarbeiter. „Mitte 2004 haben wir die neue ABB“, sagte Dormann.

>> Das vollständige Wortlautinterview mit Jürgen Dormann

Quelle: Handelsblatt

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