Dividende erhöht: Kupferhütte Aurubis steigert Gewinn kräftig

Dividende erhöht
Kupferhütte Aurubis steigert Gewinn kräftig

Auf 292 Millionen Euro beläuft sich der Gewinn von Aurubis, Europas größter Kupferhütte und meldet einen Anstieg um 80 Prozent im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr. Die Dividende steigt ein Fünftel.
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HamburgEuropas größte Kupferhütte Aurubis dämpft angesichts der Konjunkturabkühlung die Erwartungen. Der Konzern verbuchte zwar im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 einen Gewinnsprung, traut sich für das neue Geschäftsjahr keine konkrete Prognose zu. „Wir erwarten Unsicherheiten in der weiteren Nachfrageentwicklung in unserem Kupferabsatz“, schrieb der Vorstand in dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht. Andererseits dürfte die Energiewende in Deutschland den Bedarf der Windkraftanlagenbauer an Gießwalzdraht steigen lassen. Der Konzern werde diese Chancen nutzen und seine Widerstandsfähigkeit verbessern. Nicht oder schwierig zu beherrschende Risiken, wie sie aus der Energiemarkt- und Konjunkturentwicklung entstünden, könnten dies allerdings erschweren. Die Analysten der DZ Bank deuteten die Äußerungen als Hinweis auf ein schwieriges Jahr und kündigten eine Revidierung ihrer Einschätzungen an.

Im Ende September ausgelaufenen Geschäftsjahr verdiente das Unternehmen, an dem der Stahlkonzern Salzgitter maßgeblich beteiligt ist, kräftig am Aufschwung. Erst gegen Ende des Geschäftsjahres habe die Finanzmarktkrise die Marktteilnehmer verunsichert. Der um Bewertungseffekte bereinigte Vorsteuergewinn sprang 2010/2011 um mehr als 80 Prozent auf 292 Millionen Euro. Damit erfüllte der im MDax gelistete Konzern die Erwartungen von Analysten. Im Vorjahr hatten auf vergleichbarer Basis 159 Millionen Euro zu Buche gestanden. Der Umsatz kletterte wegen des hohen Kupferpreises, der zeitweise die Marke von 10.000 Dollar übertraf, um mehr als ein Drittel auf 13,3 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen an dem Gewinnsprung mit einer um 20 Cent auf 1,20 Euro je Anteilschein erhöhten Dividende teilhaben.

Im frühen Geschäft bei Lang & Schwarz legte die Aktie 1,8 Prozent zu, im Frühhandel der Frankfurter Börse stieg der Kurs um zwei Prozent.

Aurubis - die einstige Norddeutsche Affinerie - verdient besonders gut an seinen Kupferprodukten, wenn die Automobil- und Elektroindustrie brummt und auch die Energiewirtschaft Kabel ordert. Daneben ließ ein höherer Einsatz von Altkupfer bei guten Raffinerielöhnen die Gewinne klettern - Aurubis ist auch Europas größter Kupferrecycler. Hinzu kamen höhere Preise für Schwefelsäure, die bei der Kathodenproduktion als Nebenprodukt anfällt. Hauptabnehmer sind die Düngemittel- und Chemieindustrie sowie Kupferminen.

Seit Jahresbeginn führt Peter Willbrandt den Kupferhersteller. Er übernimmt die Führung zu einem Zeitpunkt, da der Konzern durch die Übernahme von Teilen der britischen Luvata-Gruppe nun auch außerhalb Europas eine stärkere Position hat und schwächere Geschäfte hierzulande damit ausgleichen kann. Sein Vorgänger Bernd Drouven hatte bereits im Frühsommer 2011 angekündigt, seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Über Gründe hat der Manager geschwiegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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