Dividende
Gea stellt den Großanlagenbau zum Verkauf

Der Maschinen- und Anlagenbauer Gea will seinen Bereich Großanlagenbau verkaufen. Gleichzeitig denkt das Unternehmen über Zukäufe nach. Für das Jahr 2005 zahlt Gea erstmals seit 2002 wieder eine Dividende.

DÜSSELDORF. Der Maschinen- und Anlagenbauer Gea ist bereit, seinen Bereich Großanlagenbau zu verkaufen, denkt aber gleichzeitig wieder über Zukäufe nach. „Wir werden in diesem Jahr entscheiden, ob wir der richtige Eigentümer für den Bereich Großanlagenbau sind“, sagte der Vorstandsvorsitzende Jürg Oleas auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. „Dies wird eine der großen strategischen Entscheidungen des laufenden Jahres sein.“

Vordringliche Aufgabe sei jedoch die Stabilisierung des Ertrages. Wie zu hören ist, verhandelt der Vorstand bereits seit längerem mit möglichen Interessenten. Es wird dabei als unwahrscheinlich angesehen, dass der Bereich als Ganzes verkauft werden kann, da die Bereiche sehr spezialisiert sind.

Der stark zyklische Bereich Großanlagenbau um die Konzern-Firmen Lurgi, Lentjes und Zimmer mit einem Umsatz von 1,2 Mrd. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr ist seit langem in roten Zahlen. Er weist für 2005 einen Vorsteuerverlust von 14 Mill. Euro aus – nach 53 Mill. im Vorjahr. In den beiden letzten Quartalen 2005 seien aber alle Teilsparten profitabel gewesen, sagte Oleas. Dem Anlagenbau halfen zahlreiche Aufträge aus der Petrochemie, aus dem Kraftwerksbau und Aufträge zur Gewinnung von Biodiesel.

Für Käufe hat Gea nach früheren Angaben rund eine Mrd. Euro inklusive Fremdkapital aus dem Verkauf der Dynamit Nobel zur Verfügung. Oleas sagte jedoch, dass Käufe über eine Mrd. Euro zu teuer seien. Da sei es besser, eigene Aktien zurückzukaufen. „Wir wollen uns nicht in die Abhängigkeit von einer Branche oder einem Kunden begeben“, sagte er. Gea sei ein dezentraler Konzern mit über 300 Unternehmen. Die Verteilung über mehrere Branchen mache ihn robust gegen Krisen.

Für das Jahr 2005 zahlt Gea erstmals seit 2002 wieder eine Dividende. Die zehn Cent je Aktie sollen auf jeden Fall 2006 gesteigert werden. Das Ergebnis soll stärker steigen als der Umsatz, so Oleas. In den ersten zwei Monaten habe es zweistellige Zuwachsraten bei Auftragseingang und Umsatz gegeben. „Das Unternehmen ist operativ in einer hervorragenden Verfassung“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

2005 hat sich der Konzern operativ verbessert. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg von 86 auf 209 Mill. Euro, der Umsatz von 4,1 auf 4,5 Mrd. Euro. Der Verkauf der Dynamit Nobel Kunststoffe an den schwedische Autozulieferer Plastal führte jedoch zu einem Buchverlust von rund 170 Mill. Euro. Daraus ergab sich im Konzern ein Jahresfehlbetrag von 64 Mill. Euro nach einem Gewinn von 166 Mill. Euro im Vorjahr.

Die Gea-Aktie gewann gestern rund drei Prozent und notierte mit Kursen knapp unter 15 Euro. Damit war Gea einer der Tagesgewinner im M-Dax. Analyst Erhard Schmitt von Helaba Trust fand die Zahlen erwartungsgemäß. Allein der Großanlagenbau laufe im Konzern besser als erwartet. gil

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