
HB DARMSTADT. Das operative Ergebnis sei um 43 Prozent auf 649 Mio. Euro gefallen, teilte der Dax-Konzern am Dienstag in Darmstadt mit. Bereinigt sei der operative Gewinn unter anderem wegen hoher Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten binnen Jahresfrist um 16 Prozent auf 258 Mio. Euro gesunken. Analysten hatten dagegen einen leichten Anstieg auf 309 Mio. Euro erwartet."Für 2009 legen wir einen Jahresabschluss vor, der angesichts der Rahmenbedingungen zufriedenstellen kann", wird Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung in der Mitteilung zitiert.
"2010 wird entscheidend sein, wie stabil die wirtschaftlichen Erholungstendenzen sind", erklärte Konzernchef Kley. Er stellte für das laufende Jahr einen Umsatzanstieg von drei bis sieben Prozent sowie einen Zuwachs des bereinigten operativen Gewinns um drei bis 13 Prozent in Aussicht. In der Pharmasparte Merck Serono soll der bereinigte operative Gewinn um bis zu zehn Prozent zulegen.
Den Aktionären kündigte Merck eine Kürzung der Dividende auf einen Euro von 1,50 Euro im Vorjahr an. Zuletzt hatte das Unternehmen die Ausschüttung vor sechs Jahren reduziert. Anleger zeigten sich schockiert. Im Börsenhandel brach die Merck-Aktie zeitweise um mehr als 7,5 Prozent ein.
Die Abschreibungen, die hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Zukauf des Schweizer Biotech-Konzerns Serono im Jahr 2007 stehen, beliefen sich 2009 auf 658 Mio. Euro - 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem wies Merck in der Bilanz Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten aus. Beim operativen Ergebnis verfehlte Merck deshalb die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 775 Mio. Euro gerechnet hatten.
Unter dem Strich stagnierte der Gewinn nach Fremdanteilen mit 366,3 Mio. Euro fast auf Vorjahresniveau, während der Umsatz um 2,1 Prozent auf 7,747 Mrd. Euro kletterte. Während die Darmstädter die Markterwartungen beim Umsatz leicht übertrafen, hatten sich die Analysten beim Überschuss ebenfalls mehr erwartet.