Dividende könnte dieses Jahr ausfallen
Heidelberger Druck: Schwacher Umsatz trotz guter Auftragslage

Der Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck hat im ersten Geschäftsquartal 2004/05 einen Rückgang beim Umsatz, aber deutlich mehr Aufträge verzeichnet. Auf der Fachmesse Drupa sind zahlreiche Vertragsabschlüsse gezeichnet worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

HB FRANKFURT. Der vorläufige Auftragseingang in den drei Monaten bis Ende Juni sei begünstigt durch zahlreiche Vertragsabschlüsse auf der Fachmesse Drupa auf knapp 1,3 Milliarden (Vorjahreszeitraum: 783 Millionen) Euro gestiegen, teilte das im MDax gelistete Unternehmen anlässlich seiner Hauptversammlung am Mittwoch mit.

„Nach drei Jahren starker Investitionszurückhaltung und einer Phase der Konsolidierung in unserer Branche spüren wir, vor allem bedingt durch die drupa, dass die Nachfrage nach unseren Drucklösungen, von einem allerdings recht niedrigen Niveau aus, anzieht“, sagte Vorstandschef Bernhard Schreier laut Redetext.

Der vorläufige Quartalsumsatz dagegen sei auf 710 (741) Millionen Euro gesunken. Bereinigt um die im Geschäftsjahr verkauften Bereiche Web Systems und Digital erzielte Heidelberger Druckmaschinen einen Umsatz von 602 Millionen Euro nach einem vergleichsbaren Vorjahreswert von 595 Millionen Euro.

„Im laufenden Geschäftsjahr 2004/2005 gehen wir davon aus, dass sich die verbesserten Rahmenbedingungen bei unserer Geschäftsentwicklung bemerkbar machen werden“, sagte der Vorstandschef. Insgesamt strebe Heidelberger Druck für das laufende Jahr - ohne die verkauften Sparten - einen Umsatzanstieg von mindestens fünf Prozent auf mehr als 3,15 Milliarden Euro an, bekräftigte Schreier. Der Jahresüberschuss solle mindestens im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen.

„Wir können flexibler auf Schwankungen des Auftragseingangs reagieren und haben so das Potenzial für die Verbesserung des Betriebsergebnisses geschaffen: Die Break-Even-Schwelle ist deutlich niedriger als zuvor. Unser Ziel ist es, hierbei in diesem Geschäftsjahr noch besser zu werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende.Der Branchenführer will seiner Hauptversammlung am Mittwoch auf Grund der negativen Ergebnissituation vorschlagen, für das Berichtsjahr keine Dividende zu zahlen. Der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzendes Klaus Sturany, Finanzvorstand von RWE, werde sein Vorsitzendenmandat niederlegen, bleibe aber Mitglied des Kontrollgremiums. Wie das Unternehmen bereits im Juni angekündigt hatte, wird Sturany den Vorsitz abgeben, da der RWE-Konzern seine Beteiligung an Heidelberger Druckmaschinen verkauft hat. Sein Nachfolger soll der Beiratsvorsitzende und Chairman der Citigroup Global Marktes Deutschland, Mark Wössner werden. Das Aufsichtsratsmitglied Jan Zilius werde sein Mandat als Aufsichtsrat niederlegen, hieß es.

Heidelberger Druck will sich künftig wieder auf sein angestammtes und profitables Bogenoffsetdruck-Geschäft und die Druck-Weiterverarbeitung konzentrieren. Unter anderem durch die Trennung von den größten Verlustbringern Digital- und Rollenoffset-Druck will Heidelberg im Geschäftsjahr 2004/05 deutlich in die Gewinnzone zurückkehren. Der Sparkurs soll auch nach dem Abbau von 3200 der einst über 25.000 Arbeitsplätze fortgesetzt werden. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Heidelberger Druck wegen der Neuausrichtung einen Verlust von 695 Millionen Euro verbucht, den zweiten in der 150-jährigen Firmengeschichte.

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