Dividende wird angehoben
Thyssen-Krupp will Dofasco nicht um jeden Preis

Der Thyssen-Krupp-Konzern ist weiter zuversichtlich, den kanadischen Konkurrenten Dofasco übernehmen zu können. Immerhin geht Deutschlands größter Stahlproduzent mit gut gefüllten Kassen in den Übernahmekampf. Zugleich machte Konzernchef Ekkehard Schulz am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Essen aber auch klar, das der Konzern nicht in „wertvernichtende Bieterwettbewerbe“ einsteige. Immerhin wird kommendes Jahr ein Gewinnrückgang erwartet.

HB ESSEN. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/2005 erzielte der Stahl- und Maschinenbaukonzern mit einem Jahresüberschuss von mehr als einer Milliarde Euro das beste Ergebnis der Firmengeschichte. Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz zeigte sich deshalb am Donnerstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Essen zuversichtlich, dass der 3,5-Milliarden-Euro-Coup gelingen werde. „Wir rechnen nicht damit, dass es zu einem Bietergefecht kommt“, meinte der Manager. Konkurrent Arcelor, der ein feindliches Übernahmeangebot von 3,1 Mrd. Euro für Dofasco abgegeben hatte und dann vom Ruhrgebietskonzern überboten worden war, habe bereits erklärt, dass er das Thyssen-Krupp-Angebot für eher überhöht halte.

In „wertvernichtende Bieterwettbewerbe“ werde der Konzern aber nicht einsteigen, sagte Schulz. Nur eine freundliche Übernahme habe aus seiner Sicht Aussicht auf Erfolg. „Eine Akquisition muss sich am Ende rechnen“, sagte er. „Allerdings hat nur ein freundliches Zusammengehen aus unserer Sicht Erfolg.“ Dann könnten Synergien wirklich gehoben sowie neue Märkte, Produkte und Technologien entwickelt werden. Thyssen-Krupp würde mit dem Zukauf zum sechstgrößten Stahlproduzenten der Welt aufrücken.

„Wir starten in eine neue Wachstumsphase“, betonte der Manager. Die Übernahme von Dofasco mache großen strategischen Sinn. Denn sie sichere Thyssen-Krupp ein starkes Standbein in Nordamerika. „Der Nafta-Markt ist nach wie vor der weltgrößte Markt und das wird er auch noch auf absehbare Zeit bleiben“, sagte der Thyssen-Krupp-Chef. Dabei sei es für den Stahlproduzenten egal, ob die Autos von den kriselnden US-Riesen wie General Motors oder Ford, oder von japanischen Herstellern mit Werken in den USA produziert würden.

Schulz betonte, es gebe bereits seit dem vergangenen Jahr freundschaftliche Kontakte zwischen Dofasco und Thyssen-Krupp. Der größte kanadische Stahlproduzent habe deshalb nach dem feindlichen Übernahmeangebot von Arcelor das deutsche Unternehmen gebeten, als „weißer Ritter“ einzuspringen“. Dann sei man sich schnell handelseinig geworden.

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