Dividendenpolitik auf dem Prüfstand
Bernotat soll Eon bis 2010 lenken

Eon-Chef Wulf Bernotat soll mindestens zwei weitere Jahre an der Spitze des Energiekonzerns stehen. Das Präsidium werde dem Aufsichtsrat eine Vertragsverlängerung vorschlagen, hieß es auf der Hauptversammlung in Essen. Bernotat hatte zuvor die Gewinnprognose für 2007 spürbar erhöht und angekündigt, die Dividendenpolitik zu überprüfen.

HB ESSEN. Deutschlands größter Energieversorger Eon teilte am Donnerstag anlässlich der Hauptversammlung mit, er gehe davon aus, beim bereinigten Betriebsergebnis (adjusted Ebit) das hohe Niveau des Vorjahres übertreffen zu können. Mit dieser Formulierung signalisiert der Konzern erfahrungsgemäß eine Gewinnsteigerung zwischen 5 und 10 Prozent. Zuvor war Eon lediglich von einem Anstieg von bis zu 5 Prozent ausgegangen.

Der Düsseldorfer Energieriese sieht sich auch für die Zukunft gut aufgestellt. Konzernchef Wulf Bernotat betonte vor den Aktionären, der Konzern verfüge über eine einzigartige europäische Präsenz. Besser als jedes andere Energieunternehmen könne Eon deshalb künftig über Ländergrenzen hinweg die Investitionen optimieren und effiziente Strukturen formen.

Bis zum 31. Mai – und damit früher als bisher geplant – will Eon ein umfassendes Programm zur Optimierung der Konzern- und Kapitalstruktur präsentieren, kündigte Bernotat an. Dabei wolle Eon „anspruchsvolle neue Ziele zur Ertragssteigerung“ veröffentlichen sowie die künftige Dividendenpolitik und einen möglichen Aktienrückkauf festlegen. „Wir wollen künftig aktiv unsere Bilanz steuern. Dafür werden wir uns klare und messbare Zielgrößen setzten“, sagte Bernotat.

Im Projekt „europe.on“ werde der Konzern festlegen, welche Aufgaben künftig europäisch gesteuert würden, kündigte Bernotat an. Dabei gehe es insbesondere um die europaweite Optimierung der Stromerzeugung und der Klimaschutzaktivitäten. Nach der Übernahme von Teilen der europäischen Aktivitäten des spanischen Konkurrenten Endesa wird der Düsseldorfer Konzern künftig in mehr als 22 Ländern präsent sein.

Auch eine Personlie wurde auf der Hauptversammlung verkündet: Wulf Bernotat soll mindestens bis 2010 an der Eon-Spitze stehen. Das Präsidium werde dem Aufsichtsrat eine Vertragsverlängerung um zwei Jahre vorschlagen, sagte Aufsichtsratschef Ulrich Hartmann. Eine Verlängerung um zwei statt um fünf Jahre sei nach den Gepflogenheiten des Konzerns bei Vorstandsmitgliedern ab 60 Jahren üblich. Über die Frage werde der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung im Sommer entscheiden. Bernotat wird im kommenden Jahr 60 Jahre alt. Er steht seit 2003 an der Spitze von Eon. Sein laufender Vertrag endet im April kommenden Jahres.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%