DMG Mori
Maschinenbauer hebt nach Rekord-Halbjahr die Ziele an

Der Werkzeugmaschinen-Hersteller DMG Mori hat im ersten Halbjahr neue Rekord bei Auftragseingang, Umsatz und Gewinn verbucht. Nun hebt der ehemals als Gildemeister bekannte Konzern seine Jahresziele an.
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DüsseldorfEs läuft rund bei DMG Mori: Der weltgrößte Hersteller von Werkzeugmaschinen verzeichnete im ersten Halbjahr neue Rekordwerte bei Auftragseingang, Umsatz und Gewinn. Grund genug für den einst als Gildemeister bekannte Konzern, seine Prognose für das Gesamtjahr nach oben zu schrauben. So erwartet der zur japanischen DMG Mori Ltd gehörende Konzern nun Bestellungen in der Höhe von 2,5 (Vorjahr: 2,36) Milliarden Euro, als Umsatz peilt der Konzern nun 2,3 (Vorjahr: 2,26) Milliarden Euro an, der operative Gewinn soll rund 160 statt 130 Millionen Euro betragen.

Ursprünglich hatte das Unternehmen mit Stammsitz in Bielefeld mit einer Stagnation gerechnet. „Im Moment brummt es in allen Gesellschaften und wir gewinnen Marktanteile“, sagte Vorstandschef Christian Thönes am Donnerstag dem Handelsblatt.

Im ersten Halbjahr schnellte der Vorsteuergewinn um 23 Prozent auf 75,2 Millionen Euro in die Höhe. Der Umsatz legte lediglich um ein Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang der Bielefelder kletterte um 20 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro.

DMG Mori profitiert von der weltweit guten Industriekonjunktur: So erwarten die Experten ein globales Wachstum im laufenden Jahr von 3,2 Prozent. Politische Krisen wie in der Türkei oder die Drohung neuer Sanktionen der USA gegen Russland trüben die gute Stimmung nicht. „Die politischen Unsicherheiten sehe ich schon“, sagte Thönes. Das gelte vor allem für die Türkei, Russland und Großbritannien. Aber auch da liefen die Geschäfte für DMG Mori gar nicht mal schlecht. Nur seien dort die Wachstumsraten geringer in anderen wichtigen Märkten wie Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien.

Auch aus Ländern wie  Indien, China und Amerika kämen vermehrte Bestellungen. Thönes zeigte sich daher für die kommenden Monate zuversichtlich. „Ich bin davon überzeugt, dass wir auch ein starkes drittes Quartal haben werden.“ Zusätzlichen Rückenwind werde die alle zwei Jahre stattfindende Branchemesse Emo verleihen. Dort werde DMG Mori als größter Aussteller neue Trends zu den Themen Automatisierung, Digitalisierung und den industriellen 3D-Druck (Additive Manufacturing) zeigen.

Die Bielefelder investieren derzeit kräftig in den Druck von Metallteilen und haben erst im Februar für einen zweistelligen Millionenbetrag eine Mehrheitsbeteiligung am 3D-Druck-Spezialisten Realizer aus Borchen übernommen. „Wir wollen uns auf die metallischen Werkstoffe konzentrieren und hier eine zentrale Rolle spielen", hatte Thönes im Gespräch mit dem Handelsblatt angekündigt. Ziel sei es, den Kunden durch die 3D-Technologie völlig neue Anwendungsgebiete zu erschließen.

Denn Metall heißt nicht nur Stahl: Bauteile sollen auch beispielsweise aus Aluminium, Titan oder Legierungen aus Nickel oder Wolfram gedruckt werden. Für DMG Mori ist der Ausbau von Kompetenz und Fertigung ein wichtiger strategischer Schritt: Schließlich werden in naher Zukunft immer mehr Bauteile nicht mehr auf der Dreh- oder Fräsmaschine hergestellt, sondern im 3D-Verfahren gedruckt. Doch meist werden sie weiterbearbeitet oder durch weitere Werkstücke ergänzt, deren Herstellung im klassischen Verfahren günstiger ist. Da ist es für einen Maschinenbauer hilfreich, alles aus einer Hand anbieten zu können.

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