DMG Mori Seiki
Ex-Gildemeister zurück auf Rekordkurs

Der Vorstand des Werkzeugmachers DMG Mori Seiki - ehemals Gildemeister - kann die Jahresziele wieder anheben. Auch eine höhere Dividende soll ausgezahlt werden. Der Aktienkurs steigt um mehr als fünf Prozent.
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DüsseldorfDie Auftragsflut bei einer Branchenmesse hat den Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori Seiki AG zurück auf Rekordkurs gebracht. Firmenchef Rüdiger Kapitza traut dem Konzern nicht nur 2013 mehr zu, sondern peilt auch im kommenden Jahr neue Bestmarken an - zumindest beim Auftragseingang. „Die Geschäfte haben sich in Deutschland und den europäischen Nachbarländern belebt”, begründete Kapitza am Dienstag im Reuters-Interview seine Zuversicht. „Zudem läuft Asien gut und die USA sehr, sehr stabil.”

Anleger ließen sich von der Zuversicht und der Aussicht auf eine höhere Dividende animieren und griffen zu. Die Titel stiegen um über fünf Prozent auf 22,69 Euro und führten damit die Gewinnerliste im Nebenwerteindex MDax an. Synergien aus der verstärkten Kooperation mit dem ebenfalls unter DMG Mori Seiki firmierenden japanischen Partner sollten die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) im nächsten Jahr Richtung neun Prozent treiben, prognostizierte Equinet Analyst Holger Schmidt.

Nach der Flaute im ersten Halbjahr hatte die ehemalige Gildemeister im September auf der im Zweijahres-Rhythmus stattfindenden Branchenmesse Emo Rückenwind erhalten. Mit 1137 verkauften Maschinen und Anlagen im Wert von 276,4 Millionen Euro wurde ein Rekord markiert. Daher erwartet Kapitza 2013 nun Zuwächse statt Stagnation. Umsatz und Auftragseingang sollen den Vorjahreswert von jeweils zwei Milliarden Euro übersteigen. Beim Überschuss peilt Kapitza mit einem Anstieg auf rund 90 (82,4) Millionen Euro eine neue Bestmarke an. Die Aktionäre sollen an den Zuwächsen mit einer höheren Dividende beteiligt werden. Für 2012 hatten sie 35 Cent je Aktie erhalten. Für 2014 kündigte Kapitza Bestellungen von rund 2,2 Milliarden Euro an. Über die Zielmarken für Umsatz und Gewinn schwieg er sich noch aus.

Nach Einbußen in den ersten sechs Monaten kletterten die Auftragseingänge wieder und erreichten im dritten Quartal bei einem Plus von sechs Prozent 546,7 Millionen Euro. Analysten hatten mit weniger gerechnet. Der Umsatz schrumpfte leicht um zwei Prozent auf 505,5 Millionen Euro, das Ebit legte um drei Prozent auf 39,2 Millionen Euro zu. Netto verdiente DMG Mori Seiki mit 24,6 Millionen Euro vier Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Der Bielefelder Traditionskonzern profitiert von der engen Zusammenarbeit mit dem japanischen Wettbewerber Mori Seiki. Nach der Zusammenlegung von Service- und Vertriebsaktivitäten wollen die beiden Konzerne nun in eine gemeinsame Produktentwicklung einsteigen. Die ehemalige Gildemeister zollt der Partnerschaft mit Mori Seiki Rechnung und firmiert seit Anfang Oktober unter DMG Mori Seiki ebenso wie die Japaner.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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