DMG Mori Seiki: Japaner sollen Gildemeister aus der Krise holen

DMG Mori Seiki
Japaner sollen Gildemeister aus der Krise holen

Seit 2009 arbeitet der Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister mit der japanischen DMG Mori Seiki zusammen, benannte sich sogar um. Nun wollen die Japaner übernehmen – die deutschen Manager erhoffen sich davon Krisenhilfe.
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Bielefeld/BerlinDer vor der Übernahme stehende Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori Seiki stellt sich nach Rekordwerten im vergangenen Jahr auf schwierigere Zeiten ein. „Das Jahr 2015 wird herausfordernd und deutlich volatiler“, sagte Konzernchef Rüdiger Kapitza am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Währungsverfall in Russland, der starke Schweizer Franken und die Euro-Schwäche würden die ehemals unter Gildemeister firmierende Gesellschaft sicher belasten. „Neue Rekordwerte im Konzern sind 2015 eher unwahrscheinlich“, sagte Kapitza.

Von der am Mittwochabend angekündigten Übernahme durch den gleichnamigen japanischen Partner erhofft sich Kapitza Wachstumspotenzial. „Mit zusammen 11.600 Mitarbeitern und rund 3,5 Milliarden Euro Umsatz werden wir Weltmarktführer.“

Die japanische DMG hatte am Vorabend angekündigt, den deutschen Partner zu übernehmen. Mit einem Angebot je Aktie von 27,50 Euro wird der Bielefelder Konzern mit 2,2 Milliarden Euro bewertet. „Das ist ein sehr gutes Angebot, dem der Aufsichtsrat bereits einstimmig zugestimmt hat“, betonte Kapitza. Er erwarte, dass die Anteilseigner das gleichfalls so sehen. „Es werden sicher deutlich über 50 Prozent, ich glaube sogar über 75 Prozent das Angebot annehmen.“ Anleger spekulieren allerdings auf eine höhere Offerte. Im Frankfurter Frühhandel legte die DMG-Aktie um 9,9 Prozent auf 27,80 Euro zu. Bis Ostern soll der Zusammenschluss über die Bühne gehen. Der Tochtergesellschaft der japanischen DMG Mori Seiki zufolge liegt der Übernahmepreis knapp 29 Prozent höher als der Durchschnittskurs der Anteilscheine in den letzten drei Monaten.

Formal muss der Vorstand der deutschen DMG sich noch zu dem Angebot äußern. Laut Mitteilung hat dieser aber bereits zugesagt, den Übernahmeplan vorbehaltlich einer Prüfung zu unterstützen.

Vorstandschef Rüdiger Kapitza sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es handele sich um ein „Topangebot“. Insgesamt werde das deutsche Unternehmen so mit knapp 2,2 Milliarden Euro bewertet. Vorstand und Aufsichtsrat hätten die Kooperationsvereinbarung im Grundsatz einstimmig gebilligt.

Die beiden Unternehmen waren in den vergangenen Jahren durch Überkreuzbeteiligungen zusammengerückt. Kapitza hatte im März vergangenen Jahres gesagt, er könne sich als möglichen Zeitpunkt für einen Zusammenschluss das Jahr 2020 vorstellen.

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