Dodge-Händler distanzieren sich vom „Unterwäsche-Wettkampf“
Spärlich bekleidete Football-Damen bringen Chrysler in die Bredouille

Mit leicht bekleideten Damen für Produkte werben, die bei „starken Männern“ ankommen sollen, hat noch immer funktioniert. Das dachten sich wohl die Werbestrategen von Chrysler. In der Halbzeitpause der nationalen Football-Meisterschaft, des so genannten „Super Bowls“, sollten zahlende Herren in einen ganz besonderen Genuss kommen.

DETROIT. Jeweils sieben attraktive Damen – darunter zwei Playboy-Models – sollten sich in leichter Unterwäsche 20 Minuten um einen Football balgen. Für 19,95 $ sollte das Spektakel via Bezahl-Fernsehen direkt ins Wohnzimmer kommen. Sponsor der Veranstaltung: die für martialische „Muscle Cars“ bekannte Chrysler-Marke Dodge.

Doch nun regt sich der gute Geschmack: Nach Protesten von Beschäftigten und Händlern wird sich Daimler-Chrysler in den nächsten Tagen offenbar als Sponsor des Unterwäsche-Wettkampfes („Lingerie Bowl“) zurückziehen. Zu diesem Schritt hat sich der Autohersteller nach Informationen des Wall Street Journals gestern nach Protesten der Gruppe der wichtigsten Händler entschlossen. „Unser Vorschlag ist, auszusteigen“, sagte Jack Caroll, der Präsident der US-weiten Dodge- Händler-Werbegesellschaft in einem Telefongespräch mit den Marketing-Verantwortlichen bei Chrysler. „Wir glauben nicht, dass das Event eine gute Sache für unsere Marke ist“, fügte er hinzu. „Aus nachvollziehbaren Gründen fühlen wir uns dabei nicht wohl. Kein Händler, mit dem ich gesprochen habe, ist begeistert von der Idee.“

Andere waren das auch nicht: Ursprünglich sollten die Einnahmen an die Amerikanische Stiftung für Aids-Forschung gehen, aber die Organisation hat sich aus dem „Lingerie Bowl“ zurückgezogen.

Bereits im November hatte Chrysler seinen Vertrag als Sponsor für das Ereignis, das am 1. Februar 2004 stattfindet, unterzeichnet. Bis zuletzt hat das Unternehmen den Schaukampf in Slip und BH gegen Kritik verteidigt, dass er sexistisch sei. Auf der Internetseite www.lingeriebowl.com sind die Spielerinnen bereits zu begutachten. In einem Promotions–Video lassen die Macher das Model Traci Bingham, die das Spiel an der Seitenlinie als Reporterin begleiten soll, den Satz sagen: „Wir hoffen, die Kleidung hält und die BH’s reißen nicht.“

Die Kontroverse hat sich in der vergangenen Woche zugespitzt, als Chrysler-Chef Dieter Zetsche sagte, er sei sich über den Inhalt des Sponsorvertrages erst bewusst geworden, nachdem dieser unterschrieben war. hof

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