Dofasco-Übernahme
Arcelor überbietet Thyssen-Krupp

In der Bieterschlacht um den größten kanadischen Stahlkonzern Dofasco hat Luxemburger Stahlriese Arcelor ein neues Angebot vorgelegt und damit die Offerte vom deutschen Marktführer Thyssen-Krupp übertrumpft. Thyssen-Krupp dürfte sein Angebot nun ebenfalls nachbessern.

HB DÜSSELDORF/BRÜSSEL. Einem Zeitungsbericht zufolge wird Thyssen-Krupp nun ein neues Angebot für Dofasco abgeben. Analysten hatten dies bereits erwartet. Die Differenz zwischen dem letzten Angebot von Arcelor und der neuen Offerte von Thyssen-Krupp sei aber relativ gering, berichtete die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ vorab aus ihrer Samstagausgabe unter Berufung auf informierte Kreise. Ein Sprecher von Thyssen-Krupp lehnte am Freitagabend eine Stellungnahme dazu ab. Er bestätigte lediglich, dass Thyssen derzeit die aktuelle Offerte von Arcelor prüfe.

Arcelor hatte sein Übernahmeangebot an die Dofasco-Anteilseigner am Freitagmorgen auf 63 kanadische Dollar je Aktie erhöht. Damit bietet der Konzern umgerechnet rund 3,52 Mrd. Euro für das Unternehmen. Die Thyssen-Krupp-Offerte summiert sich auf rund 3,44 Mrd. Euro. Dofasco hatte ebenfalls angekündigt, das neue Angebot zu prüfen.

Arcelor gehe davon aus, dass der Dofasco-Vorstand anerkennen werde, dass das verbesserte Angebot dem von Thyssen-Krupp überlegen sei, betonte der Konzern. Thyssen-Krupp hatte für Dofasco 61,50 kanadische Dollar je Anteilsschein geboten und damit eine erste Offerte von Arcelor überboten. Der Dofasco-Vorstand hatte das erste Arcelor-Gebot als feindlich eingestuft, den Kontakt zu Thyssen-Krupp gesucht und den Vorstand ersucht, als „Weißer Ritter“ eine Offerte zu machen. Er hatte sich anschließend für die Annahme des Thyssen-Krupp-Angebots ausgesprochen. Nach dem neuen Angebot von Arcelor sagte Dofasco-Sprecher Gordon Forstner in Toronto: „Wir haben zur Kenntnis genommen, dass Arcelor ein revidiertes Übernahmeangebot machen will. Sollten wir ein solches Angebot tatsächlich bekommen, wird unsere Verwaltung zu gegebener Zeit ihre Entscheidung unseren Aktionäre mitteilen“.

Analysten wiesen darauf hin, dass die Arcelor-Offerte nur wenig über der von Thyssen-Krupp liege. Zudem versuche Arcelor eine feindliche Übernahme, hieß es bei Kepler. Die Thyssen-Krupp-Aktien schlossen am Freitagabend leicht im Plus mit 17,45 Euro. Die Arcelor-Anteile lagen zu Börsenschluss bei 21,02 Euro leicht mit 0,24 Prozent im Plus.

Seite 1:

Arcelor überbietet Thyssen-Krupp

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%