Dokumentation des internen Schreibens
Wie Daimler-Chef Zetsche die Mitarbeiter einschwört

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat die Mitarbeiter nach dem jüngsten Gewinneinbruch auf eine längere Durststrecke eingeschworen. "Was wir jetzt angesichts der aktuellen Situation vor allem brauchen, ist die richtige Mischung aus Kampfgeist und Durchhaltevermögen", schrieb Zetsche am Donnerstag in einem Mitarbeiterbrief. Das interne Dokument im Wortlaut.

"Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

Die Weltwirtschaft befindet sich in einer Ausnahmesituation. Die globale Finanzkrise hat im dritten Quartal die Realwirtschaft erreicht - und die Automobilindustrie ist massiv davon betroffen. Das spiegeln auch unsere Zahlen für das dritte Quartal wider: Das Ergebnis von Mercedes-Benz Cars ist eingebrochen, während unsere anderen Geschäfte im dritten Quartal ihre Ergebnisse verbessern konnten. Aber auch hier spüren wir die ersten Auswirkungen der Finanzkrise.

Im Pkw-Bereich wirkt sich die Verunsicherung der Konsumenten und die damit verbundene Kaufzurückhaltung aus. Wichtige europäische Pkw-Märkte sind zum Teil dramatisch zurückgegangen; im US-Markt wird die Situation von Monat zu Monat schlechter. Wir haben in diesem Umfeld im dritten Quartal sechs Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr. Genauer: Wir haben acht Prozent weniger Mercedes-Benz Pkw verkauft, aber zwanzig Prozent mehr smart. Und bei Mercedes-Benz sind es auch Baureihen mit hohen Deckungsbeiträgen, die rückläufig sind, insbesondere die E-Klasse, die vor dem Modellwechsel steht. Hinzu kamen im dritten Quartal Belastungen aufgrund der Neueinschätzung der Restwerte bei Leasing-Fahrzeugen, hohe Rohstoffpreise und ungünstige Wechselkurseffekte. Alles in allem brach das Ergebnis von Mercedes-Benz Cars von 1,3 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf 112 Millionen ein. Und für das Gesamtjahr müssen wir die Erwartung für das Ergebnis auf rund 2,5 Milliarden Euro und für die Umsatzrendite auf rund fünf Prozent zurücknehmen.

Bei Daimler Trucks waren die Zahlen im dritten Quartal noch gut: Absatz und Umsatz stiegen um 4 Prozent, und das Ergebnis lag mit 510 Millionen über dem Vorjahr. Allerdings ist der Auftragseingang angesichts der deutlich nachlassenden Investitionen in Maschinen, Ausrüstungen und im Baubereich rückläufig. In den USA kam es statt der ursprünglich erwarteten Markterholung zu einem zusätzlichen Rückgang. Wir haben daher für Daimler Trucks North America ein umfassendes Programm aufgelegt, das auch Werksschließungen vorsieht. Unter den gegebenen Umständen gibt es dazu keine Alternative.

Die Transporter und die Busse haben Absatz und Ergebnisbeitrag im dritten Quartal gesteigert. Allerdings spüren wir im Transporterbereich bei den Auftragseingängen sehr deutlich die Auswirkungen der Finanzkrise.

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