Die größten Länderrisiken hat dabei der Sportwagenhersteller Porsche, der im vergangenen Jahr gut ein Drittel seiner Fahrzeuge – 34 693 – in den USA verkauft hat. Im März setzte Porsche in den USA und Kanada nur noch 2 624 Neuwagen, 24 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Porsche drosselte nach eigenen Angaben die US-Verkäufe, um mehr in andere Märkte liefern zu können. Doch Experten warnen, wenngleich Porsche zweimal soviel Gewinn in den Emerging Marktes erziele wie in den USA, dürften die Risiken auf dem US-Markt für das Unternehmen nicht außer Acht gelassen werden.
Auch der anhaltend schwache Dollarkurs hinterlässt seine Spuren in den Gewinnen der deutschen Autobauer. Vor allem BMW bekommt nun die Kehrseite seiner starken Position in Nordamerika zu spüren. Als erfolgreichster europäischer Premiumhersteller dort „trifft uns ein anhaltend schwacher Dollar stärker als die Wettbewerber, die deutlich weniger Fahrzeuge in den USA verkaufen“, klagte Konzernchef Norbert Reithofer jüngst. So schlugen im vergangenen Jahr die Währungsbelastungen mit 517 Mill. Euro ins Kontor der Bayern.
Um sich davon unabhängiger zu machen, wollen vor allem BMW und VW in den nächsten Jahren Produktion und Einkauf im Dollar-Raum ausweiten. So steht VW vor der Entscheidung für den Bau eines Werkes im Dollarraum. Und die Bayern, die bereits ein Werk in den USA haben, wollen Produktion und Einkauf im Dollarraum erhöhen. Ein Weg, den auch Audi erwägt. Um das Währungsrisiko zu mindern, sei eine „Fabrik in den USA Teil der strategischen Überlegungen“, sagte Audi-Chef Rupert Stadler jüngst.
Allerdings kann solches „Natural Hedging“ aus Sicht der Experten nur eine langfristige Lösung für Währungsschwankungen sein. Das es sich auszahlen kann, beweisen die Japaner. So bereitet heute der schwache Dollar den japanischen Herstellern mit ihren vielen US-Werken laut der Ratingagentur Standard & Poor’s deutlich weniger Kopfzerbrechen als der Konkurrenz aus Europa.

