Dollarschwäche
Damoklesschwert über EADS

Zusätzliche Ausgaben für den Militärtransporter A400M machen dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS schwer zu schaffen. Doch das ist nach Aussage von EADS-Chef Gallois längst nicht das einzige Problem. Der schwache Dollar zwingt das Unternehmen zum Handeln.

HB PARIS. Der schwache Dollar liegt nach Aussage von EADS-Chef Louis Gallois wie ein Damoklesschwert über dem Konzern. Wenn der Dollar um zehn Cent falle, koste das EADS eine Milliarde Euro im Jahr, sagte Gallois am Donnerstag in einem Interview im französischen Radio. Weitere Kosteneinsparungen seien daher nötig. „Wir müssen bis 2010, 2011 zusätzlich eine Milliarde Euro einsparen“, sagte Gallois. Das Sanierungsprogramm „Power8“ müsse ergänzt werden. „Man kann nicht mit beiden Beinen im selben Stiefel bleiben.“

Besorgt zeigte sich Gallois über die Probleme bei der Entwicklung des Antriebs für den Militärtransporter Airbus A400M. Er erwarte „mit gewisser Ungeduld“ zu Ende November einen neuen Terminkalender der Triebwerkhersteller. „Wir werden eine Prüfung dieses Motorprogramms vorschlagen, denn wir wollen genau wissen, wo wir damit stehen.“ Ein Jahr Entwicklung koste zwischen einer und eineinhalb Mrd. Euro. EADS hat bereits 1,37 Mrd. Euro für die A400M zurückgestellt.

Wegen der Sonderaufwendungen für den A400M sei der Verlust vor Zinsen, Steuern, Firmenwertabschreibungen und Sonderposten, den EADS als Ebit ausweist, zwischen Juli und Ende September von 228 auf 710 Millionen Euro gestiegen, teilte der Konzern mit. Der Konzern erwartet nur noch ein operatives Ergebnis (Ebit) an der Gewinnschwelle.

Hinzu kamen Sonderaufwendungen für den neuen Langstreckenflieger A350XWB, den Airbus-Superjet A380 sowie der ungünstige Dollar- Wechselkurs. Unterm Strich vergrößerte sich der Fehlbetrag von 189 auf 776 Millionen Euro. Der Umsatz legte deutlich von 8,489 auf 9,274 Milliarden Euro zu.

Nach neun Monaten belief sich der operative Verlust von EADS auf 343 Mill. Euro nach einem Gewinn von rund 1,4 Mrd. Euro ein Jahr zuvor. Unter dem Strich belief sich der Verlust in den ersten neun Monaten auf 705 Mill. Euro, vor Jahresfrist stand noch ein Nettogewinn von 867 Mill. Euro zu Buche. Weil der schwache Dollar den Umsatz mit 660 Mill. Euro belastete, lag er trotz erhöhter Airbus-Auslieferungen mit 27,8 Mrd. Euro nur auf dem Vorjahresniveau.

Voraussetzungen für ein operatives Ergebnis (Ebit) an der Gewinnschwelle für das laufende Jahr sind die Auslieferung von 440 bis 450 Airbus-Flugzeugen und ein sehr geringen Umsatzrückgang. Die neue Prognose basiert auf einem Eurokurs von 1,40 Dollar. Zuvor hatte EADS 1,35 Dollar zugrunde gelegt.

Wenn sich an diesen Rahmenbedingungen noch etwas ändere, stehe auch die neue Prognose unter Vorbehalt, betonte EADS. Am Donnerstag kostete der Euro 1,46 Dollar. Bisher war EADS von einem prozentual niedrigen einstelligen Umsatzminus und einem weitgehend stabilen Ebit ausgegangen. Wegen unerwarteter Kostensteigerungen für das Großraumflugzeug Airbus 380 hatte der Konzern bereits 2006 nur 399 Mill. Euro vor Steuern und Zinsen (Ebit) verdient.

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