Dow Chemical: "Strompreise bedrohen unsere deutschen Standorte"

Dow Chemical
"Strompreise bedrohen unsere deutschen Standorte"

Die Wirtschaft stöhnt unter steigenden Strompreisen. Einige warnen vor Gefahren für den Standort. Der US-Chemiekonzern Dow zum Beispiel sieht die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Töchter gefährdet.
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BerlinDeutschlandchef Ralf Brinkmann sagte in einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview der Wirtschaftswoche, die Unternehmenszentrale mache sich angesichts der derzeit niedrigen Energiepreise in den USA und im Nahen Osten Gedanken über die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Standorte. "Wenn ich eine Investition in Deutschland plane, dann kommen ganz konkrete Fragen nach der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit." Schon jetzt zahle Dow einen dreistelligen Millionenbetrag für Energie. "Jeder Aufschlag geht zulasten der Wettbewerbsfähigkeit. Wir sind bei den Strompreisen schon jetzt am Limit."

Die von Umweltminister Peter Altmaier geplanten zusätzlichen Belastungen bei der EEG-Umlage für energieintensive Unternehmen sei eine Existenzbedrohung. Für diese Firmen seien Eingriffe in bestehende Regelungen eine Gefährdung der Existenz.

Auch die Automobilindustrie sieht die Produktionsstandorte in Deutschland gefährdet, sollten die Energiepreise weiter so drastisch steigen. Verbandspräsident Matthias Wissmann forderte ebenfalls in der Wirtschaftswoche eine Strompreisbremse. Ohne sie werde es für energieintensive Grundstoffindustrien immer schwerer.

Das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) an der Kölner Universität rechnet bis 2022 mit weiter steigenden Kosten für die Stromversorgung. In den kommenden Jahren sei mit Gesamtkosten für die Stromversorgung von 556 Milliarden Euro zu rechnen, zitiert die "Welt am Sonntag" aus einer unveröffentlichten Studie des Instituts für den Bundesverband der Deutschen Industrie. Davon seien allein 102 Milliarden Euro auf die bis 2012 gebauten Ökostrom-Anlagen zurückzuführen. Bis 2022 sei mit einem Anstieg der Systemkosten von jährlich 47 auf 62 Milliarden Euro zu rechnen, sagte EWI-Direktor Marc Oliver Bettzüge der Wochenzeitung laut Vorabbericht vom Samstag.

Kommentare zu ""Strompreise bedrohen unsere deutschen Standorte""

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  • Tja nur das DOW mit seinen Standorten in Deutschland hinter der Deutschen Bahn die Nummer 2 der größten Stromverbraucher in Deutschland ist. In Stade betreibt die DOW z.B. die größte Elektrolyseanlage Europas zu Herstellung von Chlor.

  • Die Industrie sollte von der Umlage befreit werden ... aber unter der Bedingung, dass sie auf eigene Rechnung erneuerbare Energien einsetzt (nicht alte Wasserkraftwerke, sondern als Ersatz v.a. von Kohleenergie).

  • ich merk von den strompreiserhöhungen fast nichts. man muss nur die wechselmöglichkeiten bei den anbietern in Anspruch nehmen...

  • Das Schlimme an den Strompreisen für die Bürger ist, daß sie es sich gefallen lassen. Angeblich um das Weltklima zu retten.

    In den USA beträgt der Strompreis -die Rechnung kann vorgezeigt werden- gerade mal 8,5 USc/kWh bzw 6,5 EUc/kWh. Aber solange sich die deutsche Meinungsgelenkte Biomasse über die Weltklimarettung freut, ist doch für die schwarze Regierung als auch für die grüne Meinungsdiktatur alles ok. Oder?

  • Die deutsche Weltklimarettung dient nur dazu, daß sich Merkel nach der Wahl die Koalitionsgestaltung aussuchen kann. Ob sie mit Rot oder mit Grün koaliert. Der Bürger ist bei dieser Frage dann natürlich entmündigt. Und die Koalitionsgeschenke zahlt der Bürger. Egal wieviel Deutschland bluten muss, Hauptsache IM Erika bleibt an der Macht.

  • Die Strompreise bedrohen nicht nur die deutsche Industrie, sondern sie bedrohen alle Bürger der Mittelschicht und Unterschicht. Bezahlbar sind die Abzockpreise für viele Menschen nicht mehr. Diese Politik kann man nur noch verdammen!

  • Ach sollen diese US-amerikanischen Umweltverpester doch aus Deutschland abhauen. Am besten die nehmen gleich noch BASF u. Bayer mit, denn deren Pestizide, Herbizide als auch ihre unwirksamen Medikamente auf Erdölbasis sorgen dafür, dass der Hanf auf deutschen Äckern seit 80 Jahren nicht mehr blüht. Dieses ganze Chemiekanten-Pharmazie Gesocks ist für die Verschmutzung der Ozeane durch Kunststoffmüll verantwortlich u, drückt sich beharrlich für diese Kosten aufzukommen. Diese Leute gehören ausgewiesen!

  • Lösung: Laden dichtmachen und woanders hingehen.

    So funktioniert freie Marktwirtschaft.

    Als Abschiedsgeschenk werden dann noch ein paar Hasstiraden über einen egoistischen Kapitalistenkonzern in der Presse gestreut und die Grünen sind wieder ganz vorne mit dabei.

  • Interessant ist dass ein amerikanischer Konzern diese Aussage getätigt hat und nicht ein Deutsches Unternehmen das viel intensiver betroffen ist. Das verhält sich analog Frankreich wo auch erst ein amerikanisches Unternehmen den Mut hatte politische Schwächen anzusprechen.

    Der Grund ist ein sehr starker Konformitätszwang in Deutschland. Manager von BASF und Henkel sagen am Abend bei einem Glas Bier etwa dasselbe. Nur würden sich diese nicht trauen eine solche Aussage öffentlich zu tätigen. Dann wird eine sonnige Ökowelt beschworen.

    Vandale

  • Hi Laika...ich fand den Kommentar auf den ersten Blick sehr erfrischend. Auf den 2. Blick zeigt er wie weit Menschen bereit sind sich ein fiktives Umfeld mittels der Phantasie zu schaffen wenn die eigenen Gedanken mit der Wirklichkeit kollidieren.

    In Unternehmen habe ich erlebt wie man sich ein empfundenes Umfeld geschaffen hat. Im Jahr 2000 hat man dies an den Aktienmärkten getan und es war sehr interessant zu erleben wie der Gruppendruck dafür sorgte, dass alle auf Kurs blieben. [...].

    Ich nehme an dass Sie sich schwer tun die Wirklichkeit zu akzeptieren, bzw. im Zweifelsfall Parolen von pösen neoliberalen Konzernen und Bonus Managern zum Besten geben.

    Vandale Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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