Dow Chemical und Dupont: EU billigt Fusion der Chemiegiganten

Dow und Dupont
EU billigt Fusion der Chemiegiganten

Die US-Chemiekonzerne Dow und Dupont können laut der EU-Kommission fusionieren – allerdings unter gewissen Auflagen. Dupont muss einen großen Teil einer Sparte aufgeben. Konkurrent BASF könnte Interesse daran haben.
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BrüsselDie EU-Kommission hat den Zusammenschluss der beiden US-Chemieriesen Dow und Dupont gebilligt, allerdings mit Auflagen. So muss Dupont einen großen Teil seiner Pestizidsparte verkaufen, wie EU-Kommissarin Margrethe Vestager am Montag mitteilte.

„Der heutige Beschluss verhindert, dass der Wettbewerb auf dem Markt für erhältliche Pestizide durch die Fusion von Dow und DuPont beeinträchtigt wird und die Innovationstätigkeit zur Entwicklung besserer Produkte in der Zukunft abnimmt“, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. „Der Wettbewerb muss in dieser Branche funktionieren, damit sich die Unternehmen veranlasst sehen, Produkte zu entwickeln, die Gesundheit und Umwelt möglichst wenig belasten.“

Die 130 Milliarden Dollar schwere Fusion von Dow und Dupont wäre die größte in der Chemiebranche aller Zeiten. Danach soll der neue Branchengigant in drei verschiedene Unternehmen aufgespalten werden, darunter eines, das sich auf die Agrarchemie konzentriert. In Europa waren die Firmen bei den Kartellwächtern zunächst auf Skepsis gestoßen, weil die Transaktion zu höheren Preisen und geringerer Auswahl für die Landwirte führen könnte. Hintergrund ist die laufende Konsolidierungswelle in der weltweiten Pflanzenschutz- und Saatgutbranche. So will Bayer den US-Saatgutriesen Monsanto schlucken und der chinesische Staatskonzern Chemchina den Schweizer Pflanzenschutzspezialisten Syngenta. „Wir nehmen das sehr ernst, weil es hier buchstäblich um das täglich Brot geht“, sagte Vestager.

Von Interesse könnten die Verkäufe im Pflanzenschutzgeschäft von Dupont für den deutschen Chemieriesen BASF sein, der sich bislang am Übernahmepoker im Agrarchemiegeschäft nicht beteiligt. Die Ludwigshafener hatten allerdings erklärt, für Zukaufsgelegenheiten parat zu stehen, die sich aus kartellrechtlich erforderlichen Verkäufen aus den Deals der Konkurrenz ergeben. Nach Einschätzung von Kartellexperten dürfte die Forderung der Wettbewerbshüter nach einem Verkauf der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von DuPont auch Signalwirkung auf künftige Deals haben. Dow muss sich im Rahmen der Auflagen zudem von Vermögenswerten im petrochemischen Bereich, in dem beide Firmen wichtige Marktteilnehmer sind, trennen.

Reuters hatte bereits Mitte Februar unter Berufung auf Insider berichtet, dass die EU-Kommission die 130 Milliarden Dollar schwere Fusion der beiden BASF-Rivalen genehmigen wird. Für die Branche stehen noch die EU-Entscheidungen zur Übernahme von Syngenta durch Chemchina und dem Monsanto-Kauf durch Bayer aus. Letztere sei den Wettbewerbshütern noch nicht zur Prüfung vorgelegt worden, sagte Vestager. Wegen der zeitlichen Abfolge der Prüffälle werde der Bayer-Zukauf auf Basis der Situation geprüft, die sich infolge der anderen Übernahmen in dem Sektor ergebe.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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