Dr. Oetker zerschlägt das Dortmunder Getränkekonglomerat
Brau und Brunnen wird zerschlagen

Der Nahrungsmittel-Konzern Dr. Oetker hat seine Getränketochter Brau und Brunnen aufgespalten und das Wassergeschäft verkauft.

HB DORTMUND/BERLIN. Die Brau und Brunnen Mineralquellen GmbH (Berlin), in der die alkoholfreien Getränke weitgehend gebündelt sind, wird zum 1. August vom hessischen Familienunternehmen Hassia aus Bad Vilbel übernommen. Zum Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte Brau und Brunnen am Donnerstag mit. Der Umsatz der Wassersparte betrug 2004 etwa 114 Millionen Euro.

Damit wechseln die Getränkemarken Thüringer Waldquell, Vita Cola, Margon, Glashäger und Spreequell den Besitzer. Betroffen seien insgesamt rund 400 Mitarbeiter. Die Produktionsstandorte befänden sich in Schmalkalden (Thüringen), Müglitztal (Sachsen), Bad Doberan (Mecklenburg-Vorpommern) und Berlin. Die Marke Spreequell soll den Angaben zufolge von der Hassia-Gruppe an Rhönsprudel - die bereits in Bad Liebenwerda Spreequell abfüllen - weiterverkauft werden.

Für die ebenfalls zu Brau und Brunnen gehörende Mineralwassermarke Sinziger sei der Konzern mit anderen Interessenten im Gespräch. „An Selters werden wir als starker Gastronomiemarke festhalten“, ergänzte der Sprecher der Oetker-Biersparte, Udo Dewies. Die Marke Selters befindet sich bereits seit längerem im Besitz von Dr. Oetker.

„Wir kaufen die Marken nicht, um sie einzustampfen, sondern um sie fortzuführen und regional zu stärken, und zwar alle“, heißt es aus dem Hause des neuen Eigentümers Hassia. Restrukturierungsmaßnahmen seien allerdings unvermeidlich. Die Unternehmen der Brau und Brunnen Mineralquellen GmbH, die in der Vergangenheit öfter den Inhaber wechselten, sollen in der Hassia-Gruppe aber grundsätzlich "einen ruhigeren Hafen finden", sagt das Unternehmen.

Dr. Oetker will sich künftig komplett auf das Geschäft mit dem Bier konzentrieren. Dies hatte der Konzern auch schon mehrfach angekündigt. Mit der Übernahme von Brau und Brunnen im Jahr 2003 war der Umsatz der Biersparte um 60 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2004 nach oben geschnellt. Oetker ist mit den Marken Radeberger, DAB, Binding und Jever Marktführer in Deutschland. Der Anteil liegt bei rund 15 Prozent.

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