Dr. Reddy's
Auf der Jagd nach dem Blockbuster

Der indische Pharmakonzern Dr. Reddy’s ist wie seine heimischen Konkurrenten mit nachgemachten Medikamenten groß geworden. Doch das reicht Konzernchef Anij Reddy nicht mehr. Er will das Rennen um das erste Pharmapatent des Milliardenvolkes gewinnen. Teil 13 der Handelsblatt-Serie „Die neue Weltkonzerne“ mit den Aufsteigern aus den Schwellenländern.

HYDERABAD. Die Zukunft der indischen Pharmabranche könnte sich an einer von Schlaglöchern zersiebten Ausfallstraße entscheiden, über die sich ein Lindwurm von Lastern, Kleinwagen und Autorikschas quält. Doch Hyderabads Chaos, Lärm und Staub sind vergessen, sobald der Wagen einbiegt auf das Gelände von Dr. Reddy’s palmenbeschattetem Forschungszentrum. Dort zirpen Vögel, und auf den offenen Veranden vor den Labors verflüchtigt sich stechender Chemikaliengeruch in lauer Tropenluft. 300 Pharmakologen und Chemiker forschen hier nach dem ersten in Indien entwickelten Medikament.

Bisher gelten die Pharma-Firmen des Landes nur als clevere Nachahmer, die den Weltmarkt mit billigen Kopien bewährter Medikamente fluten. „Unsere große Chance bei Generika geht zu Ende“, sagt jedoch Doktor Anji Reddy, Chairman der nach ihm benannten Firma. Innovation sieht er langfristig als einzige Chance, das hohe Wachstum zu halten.

Mit über einer Mrd. Dollar Umsatz ist Dr. Reddy’s Indiens Nummer zwei hinter Ranbaxy. Das genügt dem Gründer bei weitem nicht: Reddy sucht Zugang zum elitären Club europäischer und amerikanischer Pharma-Riesen – mit patentfreien Arzneimitteln könne das nie gelingen. „Aber schon ein Blockbuster reicht, um uns in die Top Ten zu katapultieren.“

Geht alles nach Plan, soll ein Wirkstoff gegen Diabetes diesen Sprung ermöglichen. Er ist in der letzten klinischen Testphase und soll spätestens 2011 auf den Markt kommen. Auch an Medikamenten gegen Krebs, Übergewicht und Herz- Kreislaufkrankheiten forscht Dr. Reddy’s. Bei diesen Massenkrankheiten warten die größten Aussichten auf kommerziellen Erfolg. Neun Wirkstoffe sind in der klinischen Entwicklung, jedes Jahr kommen im Schnitt drei neue hinzu. „Alle können gar nicht floppen“, macht sich der wagemutige Unternehmer Mut.

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