Drastische Einschnitte
Peugeot tritt voll auf die Bremse

Der französische Autohersteller Peugeot fährt seine Produktion um bis zu 30 Prozent herunter und will 12 000 Stellen streichen. Die neue Priorität laute, die Barmittel zu schonen, heißt es im Konzern.

PARIS. PSA Peugeot Citroën will mit neuem Personalabbau von bis zu 12 000 Mitarbeitern sowie der Kürzung der Produktion um maximal 30 Prozent die Absatzkrise überstehen. "Doch werden wir auch 2009 rote Zahlen schreiben", sagte Konzern-Chef Christian Streiff bei der Vorstellung der Jahresergebnisse. Die neue Priorität laute, die Barmittel zu schonen.

Erst für das Jahr 2010 rechnet das Management wieder mit einem positiven Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit). Zur Erinnerung: 2010 wollte Streiff ursprünglich eine Ebit-Marge von sechs Prozent vom Umsatz erreicht haben. 2008 schloss Europas zweitgrößter Autokonzern mit einem Netto-Verlust von 343 Mio. Euro ab.

"Wegen der Krise werden wir bei den anderen europäischen Herstellern ähnliche Ergebnisse sehen", meinte Gaetan Toulemonde, Auto-Analyst der Deutschen Bank. Die Aktie gab zunächst sieben Prozent nach, erholte sich dann aber wieder auf ein Minus von zwei Prozent. Mit Sorge blickten Analysten auf die Liquiditätslage. Peugeot hat im vergangenen Jahr einen Cash-Abfluss von knapp 3,8 Mrd. Euro gehabt. "Wir haben unsere Lieferungen an unsere Händler in der zweiten Jahreshälfte stark eingeschränkt, das zehrt an den Cash-Einnahmen", erklärte Finanzchefin Isabel Marey-Semper. Damit die unverkauften Autos sich nicht bei den Händlern die Reifen platt stehen, hat der Konzern seine Lieferungen gekürzt; da die Händler die Wagen bei Lieferung bezahlen, hat PSAsomit weniger Einnahmen verzeichnet.

Im selben Atemzug konnte aber die Produktion nicht schnell genug heruntergefahren werden, daher stieg auf das Gesamtjahr gesehen die Zahl der unverkauften Autos von 604 000 auf 628 000 Autos. Wegen der angepeilten massiven Produktionskürzung soll Ende 2009 die Zahl der Autos auf Lager "signifikativ geringer" ausfallen, so die Finanzchefin. Zahlen nannte sie keine.

Für das Jahr 2009 bezeichnete Marey-Semper den Finanzbedarf des Konzerns mit vier Milliarden Euro. 450 Mio. Euro muss der Konzern aufbringen, um seine leidenden Autozuliefer-Tochter Faurecia zu stützen; diese braucht eine Eigenkapitalspritze, um ein Restrukturierungsprogramm zu finanzieren.

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