Drastischer Arbeitsplatzabbau erwartet
Standort Deutschland bereitet Maschinenbau Probleme

Trotz des Booms im Maschinenbau, der in diesem Jahr zu rund 10 000 zusätzlichen Stellen führen wird, erwartet Günther Schuh, Professor an der RWTH Aachen, dass der Mittelstand weiter Arbeitsplätze in billigere Länder verlagert.

BERLIN. Schuh rechnet mit einem Verlust von 25 Prozent der Stellen bis 2014. Der derzeitige Mangel an Facharbeitern und Ingenieuren könne diese Lücke nicht schließen. Auch Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen erwartet, dass neue Stellen außerhalb von Europa entstehen werden. In Deutschland könne es bestenfalls einen Ausgleich für weggefallene Stellen durch den Aufbau höherwertiger Arbeitsplätze geben.

Mittelständler wie der Laserspezialist Trumpf versuchen, durch betriebliche Bündnisse für Arbeit schlechte Zeiten abzufedern und die gefragten Facharbeiter am Standort in Deutschland zu halten. Trumpf hat das erste Bündnis bereits nach der Krise im Jahr 1993 geschlossen.

Ziel der jüngsten Vereinbarung ist die Senkung der Arbeitskosten bei Trumpf um zehn Prozent. Dafür arbeiten die Beschäftigten in Deutschland 39,5 Stunden pro Woche in einem Zeitkorridor ohne direkten finanziellen Ausgleich. Dafür werden sie aber teilweise am Gewinn beteiligt, und die Belegschaft von Trumpf ist für die Dauer der Vereinbarung gegen Kündigungen abgesichert. „Dadurch konnten wir einen Personalüberhang von 250 Stellen bei Stanzmaschinen ohne Entlassungen überstehen“, sagte Gerd Duffke, Konzernbetriebsratsvorsitzender bei Trumpf. Die neue Laserfabrik wurde am Stammsitz in Ditzingen gebaut und nicht in der Schweiz.

Wenige Chancen für den Standort Deutschland sieht dagegen Peter Paul Moll, Aufsichtsrat und früherer Chef von WET, eines Herstellers von Sitzheizungen aus Odelzhausen bei München. „Man spart 20 000 Euro pro Person, wenn man in China oder der Ukraine fertigt“, sagte er.

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