Drastischer Rückgang des operativen Gewinns: ZF warnt vor überzogenem Preisdruck

Drastischer Rückgang des operativen Gewinns
ZF warnt vor überzogenem Preisdruck

Die großen Automobilkonzerne haben ihren Druck auf die Zulieferindustrie nach Ansicht des Vorstandschef der ZF Friedrichshafen überzogen. Für das abgelaufene Jahr rechnet man bei dem Getriebe- und Fahrwerkhersteller vom Bodensee mit einem drastischen Rückgang des operativen Gewinns.

HB MÜNCHEN. Der Getriebe- und Fahrwerkhersteller ZF Friedrichshafen hat die großen Automobilkonzerne davor gewarnt, den seit Jahren massiven Preisdruck auf Zulieferer fortzusetzen.

„Der Druck ist enorm“, sagte Siegfried Goll, Vorstandschef der Nummer drei unter den Autozulieferern in Deutschland, am Mittwochabend beim Münchener Club Wirtschaftspresse. Die Fahrzeughersteller forderten jährlich drei bis fünf Prozent Kostensenkung. Langsam müssten sie sich fragen, ob sie mit ihren Forderungen die Grenzen überzögen, oder gemeinsam mit der Zulieferindustrie partnerschaftlich nach Einsparmöglichkeiten suchten, fügte Goll hinzu.

ZF Friedrichshafen sei wie die anderen großen Zulieferer gezwungen, den Preisdruck selbst wiederum an seine Lieferanten weiterzugeben. Wenn dieser Trend anhalte, „dann haben sie bald keine kleinen Zulieferer mehr“. Goll gab sich aber verhalten zuversichtlich, dass bei den Autobauern ein Umdenken einsetzt. „Ich gehe immer davon aus, dass die Vernunft hier doch gewinnt.“ ZF beliefert im Inland unter anderem BMW, VW sowie deren Ingolstädter Tochter Audi.

ZF Friedrichshafen erwartet für das abgelaufene Jahr einen drastischen Rückgang des operativen Gewinns bei einem Umsatzplus von nur einem Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Ob ZF auch nach Steuern noch schwarze Zahlen geschrieben hat, ist unsicher.

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