Drei große Triebwerkshersteller kämpfen um Auftrag für das Boeing-Zukunftsmodell
Rolls-Royce hofft auf kräftigen Schub

Für die Hersteller von Flugzeug-Triebwerken ging es um alles oder nichts: Der US-Flugzeugbauer Boeing hat nach Angaben des „Wall Street Journals“ den Auftrag für die Triebwerke für sein Zukunftsmodell 7E7 „Dreamliner“ an den US-Konzern General Electric und die britische Rolls-Royce vergeben. Boeing sieht für seinen neuen 250-Sitzer, der die betagten Baureihen 757 und 767 ablösen soll, einen Markt von 2 000 Flugzeugen. Branchenexperten schätzen den Wert des Turbinenauftrags inklusive Wartung deshalb auf rund 40 Mrd. $ – allerdings verteilt auf rund 25 Jahre.

DÜSSELDORF. „Da kann es sich im Grunde keiner der großen Triebwerkshersteller erlauben, nicht mit dabei zu sein“, sagt der Manager eines deutschen Luftfahrt-Zulieferers. Zur Auswahl standen die Bewerbungen von General Electric (GE), Rolls-Royce und Pratt & Whitney. Branchenexperten hatten erwartet, dass Boeing allenfalls zwei Triebwerksbauer auswählen werde, um Komplexität und Kosten der Neuentwicklung möglichst gering zu halten.

Die Wahl bringt den US-Anbieter Pratt & Whitney, eine Tochter des Mischkonzerns United Technologies, in große Schwierigkeiten. „Pratt hat bei der Entwicklung hochmoderner Triebwerke den Anschluss verloren“, sagt Klaus Breil, Fondsmanager bei Adig Investment. Den Konkurrenten Rolls-Royce sieht er hingegen als „technologisch führend“ an – deshalb waren die Briten für ihn Favoriten auf einen Zuschlag für die Boeing 7E7. Der Konzern könne mit dem Auftrag seine Position als Nummer zwei des Marktes hinter General Electric festigen.

In der Tat hat Rolls-Royce zuletzt mit einer ganzen Familie hochmoderner Triebwerke Furore gemacht. Die Briten sind mit ihren Trent- 500-Turbinen alleiniger Lieferant für die Airbus-Langstreckenjets A340-500 und A340-600. Zudem treibt Rolls-Royce mit dem Trent-900 den neuen Airbus-Riesenvogel A380 als Hauptlieferant an. GE hat Boeing eine Weiterentwicklung des Triebwerks GE90 angeboten, das bereits die Langstreckenmaschinen der 777er Serie antreibt.

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